Hier sind Fotos gut aufgehoben

Service

Schnappschüsse gehen gern in Ordnern auf der Festplatte vergessen. Zahlreiche Webdienste versprechen Abhilfe. Aber nicht jeder passt zu jedem Fotografen. Sieben Empfehlungen.

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Rafael Zeier@RafaelZeier

Flickr
Für Vielfotografierer
Noch vor ein paar Jahren war Flickr die nahezu ideale Plattform für alle Fotografen. Das war einmal. Der Fotodienst hat erst kürzlich und nach einer Übernahme von Yahoo wieder Ambitionen angemeldet, zur ersten Anlaufstelle im Internet für digitale Fotos zu werden. Dafür dürfte es allerdings bei dem breiten Angebot an Diensten inzwischen zu spät sein. Trotzdem ist der 1 Terabyte grosse Gratisspeicher attraktiv. Auch alte Stärken wie die Suchfunktion und die Möglichkeit, Fotos zu verkaufen oder anderen unter bestimmten Voraussetzungen gratis zur Verfügung zu stellen, be­stechen immer noch. Leider verbirgt sich hinter dem neuen Design nach wie vor die bürokratische Menüstruktur, die das Archivieren von Fotos komplizierter macht, als es sein müsste.

Dropbox
Für Archivare
Wer seine Fotos nur gesichert haben möchte und das am liebsten fernab von sozialen Netzwerken, ist bei Dropbox an der richtigen Adresse. Der Dienst sichert sowohl Ordner auf dem Computer im Internet als auch Handyfotos. Letzteres ist besonders praktisch. Installiert man die Dropbox-App auf seinem iPhone oder Android-Gerät, sichert die App auf Wunsch automatisch jedes geschossene Foto, ohne es dabei zu verkleinern. So muss man sich nie wieder um Ferienfotos oder andere Schnappschüsse sorgen. Leider ist der Gratis-Speicherplatz beschränkt. Gerade mal 2 Gigabyte gibt es kostenlos. Wer mehr braucht, muss Kapazität dazukaufen. Allerdings spendieren verschiedene Handyhersteller ihren Käufern zusätzlichen Speicherplatz. Möchte man seine Fotos dann doch jemandem zeigen, kann man einfach einen Internetlink zum jeweiligen Ordner erstellen und verschicken.


Instagram
Für Handyfotografen
Die beste Kamera ist bekanntlich die, die man gerade dabei hat – und das ist in der Regel die Handykamera. Wer seine Fotos archivieren und herumzeigen möchte, ist mit Instagram sehr gut bedient. Zwar müssen die Fotos quadratisch sein, aber dieser Zwang macht einen grossen Reiz der mobilen Plattform aus. Die vielen Retrofilter sind eine nette Zugabe, aber nicht Pflicht. Wer seine Fotos zudem verschlagwortet, kann schnell viele Bewunderer hinzugewinnen oder selbst auf die Suche nach spannenden Fotos gehen.


Google+
Für Bequeme
Was die Nutzerzahl angeht, ist Facebook klar führend. Googles eigenes soziales Netzwerk kann dafür mit seinen Fotofunktionen auftrumpfen. Selbst den Vergleich mit speziellen Fotoportalen muss Google+ nicht scheuen. Für Bilder mit einer maximalen Auflösung von 2048 × 2048 Pixeln ist der Speicherplatz unbegrenzt. Für grössere Fotos gibt es 1 Gigabyte gratis, mit der Möglichkeit, zusätzlichen Platz zu kaufen. Zudem bietet Google+ für Smartphones eine ähn­liche Auto-Upload-Funktion wie Dropbox an. Das Beste an Google+ sind aber seine Editor-Funktionen. So lassen sich die Fotos direkt auf der Plattform bearbeiten und optimieren. Wer dazu keine Zeit oder kein Talent hat, dem helfen zahlreiche Automatismen. So erstellt Google etwa aus mehreren ähnlichen Fotos automatisch eine kleine Animation oder, wenn es sich anbietet, ein Panorama. All diese Automatismen lassen sich auch deaktivieren.


Tumblr
Für Gestalter
Dass die Bloggingplattform Tumblr auch ein spannendes Angebot für Fotografen hat, fällt nicht sofort auf. Wer seine Fotos jedoch gern ausstellt und nicht alle Funktionen eines Profidienstes braucht, ist mit Tumblr bestens beraten. Im Editor lassen sich auf intuitive Art Fotos arrangieren und kombinieren. Ob man die einzelnen Fotos oder ganze Blogposts auch mit Text versehen möchte, ist Geschmacksache. Gerade für Projekte, etwa eine Sammlung täglicher Fotos, eignet sich Tumblr bestens. Ist ein Eintrag erstellt, kann er ohne Probleme via E-Mail, Facebook oder Twitter weiterempfohlen werden. Ist der Fotoblog öffentlich, müssen Betrachter auch nicht extra ein Tumblr-Konto anlegen.


500px
Für Nachbearbeitungskünstler
500px wird häufig als das neue Flickr beschrieben. Im Vergleich zu Flickr ist es aber deutlich benutzerfreundlicher und sieht auch noch schöner aus. Gerade auf den ebenfalls sehr gelungenen Apps macht es Freude, das grosse Fotoarchiv zu durchforsten. Dabei fällt auf, dass auf 500px ähnlich wie bei Insta­gram nur die besten und nicht wahllos ganze Stapel von Fotos hochgeladen werden. Besonders beliebt sind auf­wendig nachbearbeitete Fotos. Wer will, kann seine Fotos zum Verkauf anbieten. Pro Woche kann man 20 Fotos gratis hochladen. Wer mehr möchte, muss jährlich mindestens 25 Dollar zahlen.


Smugmug
Für Ambitionierte
Wer sich für keinen der sechs bisherigen Webdienste begeistern kann, sollte sich unbedingt Smugmug anschauen. Diese kostenpflichtige Plattform ist besonders bei professionellen Fotografen beliebt. Das preisgünstigste Angebot kostet pro Jahr 40 Dollar. Dafür kann man so viele Fotos hochladen wie man möchte und sein Portfolio individuell gestalten. Gerade diese Gestaltungsfreiheit hebt Smugmug von der Konkurrenz ab. Dazu kommt die gute Integration mit gängigen Fotobearbeitungs­programmen.

Tages-Anzeiger

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