Youtube wird zum Musikbuffet

Jugendliche hören bereits jetzt vor allem über Youtube Musik. Mit einer neuen App wird die Plattform nun zur Konkurrenz für Google Play Music.

Mit einer neuen Android-App zielt Youtube auf Musikhörer.

Mit einer neuen Android-App zielt Youtube auf Musikhörer.

Jan Rothenberger@janro

Mit Youtube Musicerhält Google Play Music Konkurrenz aus dem eigenen Haus. Der Musikstreaming-Dienst bietet US-Nutzern künftig denselben Katalog von 30 Millionen Songs zum Hören à la discrétion, wie ihn Wettbewerber wie Spotify auch anbieten.

Hier hört aber die Ähnlichkeit bereits wieder auf. Das erklärte Ziel des Diensts ist laut Entwickler T. Jay Fowler, dass die App auf Youtube aufbauen und etwas anderes als Konkurrenten wie Rdio, Pandora oder Apple Music bieten soll. Eine solche Eigenheit ist, dass Youtube Music den Musikstücken Inhalte aus seinem Katalog zur Seite stellt. Das können Musikvideos, Konzertaufnahmen, Covers, Fanvideos oder Karaokeversionen mit Textuntertiteln sein.

Videos offline speichern

Die Oberfläche lehnt sich an das an, was man von Youtube bereits kennt: In der App finden sich die Tabs Homepage, Trending und Favoriten. Für jedes Video existiert ebenfalls die Option Daumen nach oben/unten zur Bewertung. Bewertet man ein Video positiv, wandert es automatisch in die Liste der Favoriten. Letztere werden in einer Offline-Playliste gespeichert, die auch ohne Internetverbindung abspielbar ist. In den Einstellungen kann der Nutzer festlegen, wie viel Speicherplatz dafür auf dem Handy zur Verfügung steht und ob solche Downloads nur über Wi-Fi laufen dürfen.

Auch wenn es ums Musikhören geht, bleibt Youtube Music spezialisiert auf das Bewegtbild. Die App funktioniert aber auch, wenn das Handy in der Tasche steckt. Ein Schalter lässt von Video zu Standbild wechseln, worauf die App nur noch das Audio eines Songs abspielt.

Werbepausen gehören dazu

Sucht man nach Künstlern, durchforstet die App den offiziellen Musikkatalog und stellt Alben und Künstlerseite zuoberst dar. Darunter finden sich die Verweise auf weitere Youtube-Inhalte. Auch dabei: Künstlerstationen, wie sie auch andere Musikdienste anbieten. Auf Wunsch spielt die App hier Stücke aus dem Repertoire eines bestimmten Künstlers oder vergleichbare Musik. Die App generiert ausserdem für jeden Nutzer einen täglichen Mix, der aufgrund von Hörgewohnheiten zusammengestellt wird. Musikmixe enthalten einen Schieberegler, mit dem sich einstellen lässt, ob man eher Empfehlungen anderer Songs und Künstler erhalten oder sich auf bisherige Lieblingsstücke beschränken möchte.

Youtube Music ist kostenlos, allerdings sind Nutzer mit Werbespots konfrontiert, wie man sie von der Videoplattform bereits kennt. Werbefreiheit können sich Nutzer für zehn Dollar monatlich erkaufen: Youtubes kürzlich lanciertes Bezahlangebot Red wird im Verbund mit der Musikplattform attraktiver. Für Google – respektive das Mutterunternehmen Alphabet – ist Youtube Music damit ein weiterer Schritt, um seine Dominanz im Bereich Video zu Geld zu machen. Bereits jetzt nutzen mehr Menschen Youtube zum Konsum von Musik als die Streamingdienste, die sich darauf spezialisiert haben. Insbesondere ein jüngeres Publikum hört Musik zunehmend über die Videoplattform.

Music ist die mittlerweile dritte Auskopplung einer App aus der Videoplattform, nach den bereits lancierten Kinder- und Spielangeboten. Die Android-App ist bis auf weiteres erst in den USA verfügbar. Wann sie in Europa starten soll, ist noch nicht klar. Gerüchteweise dürfte es im Laufe des kommenden Jahres aber so weit sein.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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