Was der Tech-Herbst bringt

Neue iPhones, neue Smartwatches und neue Handys von Huawei und Google stehen in den Startlöchern. Eine Vorschau.

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Rafael Zeier@RafaelZeier

Die Sommerflaute ist hinter uns, und mit dem September steht der in Sachen Gadgets spannendste Monat des Jahres kurz bevor. Wie immer hat auch heuer Samsung, um der Konkurrenz zuvorzukommen, einen Frühstart hingelegt; darum ist es nichts als passend, diese Vorschau mit dem südkoreanischen Smartphone-Marktführer zu beginnen.

Samsung

Schon Anfang August hat Samsung gleich drei spannende Produkte vorgestellt, die teilweise schon in den nächsten Tagen in den Handel kommen. Allen voran das neue Galaxy Note 10 und das Note 10+. Das Smartphone hat nicht zuletzt dank dem Stift zahlreiche Fans. Wer den Stift nicht braucht, ist aber mit dem in weiten Bauteilen ähnlichen Galaxy S10 fast genauso gut beraten (Erste Eindrücke vom Note 10).

Nebst den neuen Handys hat Samsung auch ein neues Top-Tablet vorgestellt. Das Galaxy Tab S6 bringt als eine der spannendsten Neuerungen eine magnetische Halterung für einen Stift. Schliesslich hat Samsung auch noch die Galaxy Watch Active 2 vorgestellt. Die unter 500 Franken teure Smartwatch soll der Alu-Apple-Watch Konkurrenz machen. Auf den Markt kommt sie allerdings erst Ende September (Runde Konkurrenz für die Apple Watch).

Offen ist, was Samsung sonst noch im Köcher hat. Das faltbare Galaxy-Fold-Smartphone sollte nach einem peinlichen Last-Minute-Rückzug auch noch dieses Jahr in die Läden kommen. Vom letztes Jahr angekündigten Galaxy-Lautsprecher war bis anhin auch noch nichts zu sehen. Gespannt sein darf man, ob die Galaxy Watch 2 noch dieses Jahr oder erst nächsten Frühling gezeigt wird. Nun, da die Active 2 das untere Preissegment abdeckt, könnte Samsung mit der Galaxy Watch 2 in höhere Preissegmente vorstossen.

Apple

September ist der iPhone-Monat. Schon im Januar spekulierten wir, dass die nächsten iPhones am 10. September vorgestellt werden. Das Datum ist zwar immer noch nicht offiziell bestätigt, sieht aber weiterhin von allen Optionen nach der wahrscheinlichsten aus.

Weniger unsicher sind die Prognosen, was die neuen iPhones angeht. Da werden weitherum erneut drei Modelle erwartet. Ein kostengünstigeres mit neu zwei Kameras und zwei teurere mit neu drei Kameras. Bei der dritten Kamera soll es sich um eine mit Weitwinkelobjektiv handeln. Das Design dürfte sich, abgesehen von der grösseren Kamera auf der Rückseite (siehe Bildstrecke), nur unwesentlich vom Vorjahr unterscheiden. Auch sonst dürften sich die restlichen Verbesserungen im überschaubaren Rahmen bewegen. Auch 5G wird erst für nächstes Jahr erwartet.

Umso überraschender sind Gerüchte um gänzlich neue Namen. Nach dem Namen-Chrüsimüsi vom letzten Jahr mit XR, XS und XS Max gibt es Anzeichen, dass die teureren Modelle neu iPhone Pro heissen könnten.

Bei der Apple Watch sind Gerüchte gewöhnlich rarer. Heuer sind aber vorab Bilder aufgetaucht, die andeuten, dass es künftig Modelle aus Titan geben könnte. Auch Keramik könnte als Option zurückkommen. Weniger vertrauenswürdig sind Gerüchte um neue Kopfhörer und eine neue Apple-TV-Box. Letztere würde aber durchaus Sinn machen, wenn das Spiele-Abo Apple Arcade diesen Herbst an den Start geht. Dort fehlt übrigens – genauso wie bei TV+ – immer noch ein Abo-Preis. Aktuell machen Gerüchte die Runde, wonach der Spieledienst 5 Dollar und der TV-Dienst 10 Dollar pro Monat kosten könnte. Vielleicht kommt im September gar schon das Apple-Mega-Abo mit TV, Musik, Spielen usw.

Kaum schon im September dürfte Apple neue iPads und Macbooks zeigen. Die Gerüchte halten sich wacker, dass ein neues Macbook Pro mit einer rundem neuen Tastatur und einem etwas grösseren Bildschirm mit weniger Rand drum rum in Planung ist. Auch ein Nachfolger für das preisgünstige 2018er-iPad sei in Arbeit. Beide Geräte würden einen zweiten Event im Oktober rechtfertigen. An so einem Event liesse sich auch gleich der Verkaufsstart des neuen Profi-Computers namens Mac Pro ankündigen.

Huawei

Der aufstrebende chinesische Telecomkonzern hat nach einem fulminanten Start ins Jahr einen herben Dämpfer verkraften müssen. Der Huawei-Bann durch die US-Regierung hat das Unternehmen jäh ausgebremst. Mit der nun erneut gewährten Ausnahmeverlängerung steht der Lancierung des neuen Mate 30 nichts im Weg. Das Top-Handy der Chinesen dürfte erneut mit einer Top-Kamera und auch sonst dem Neusten vom Neuen auftrumpfen.

Vorgestellt werden soll es laut einer unbestätigten Meldung des Schweizer Techblogs Tech-Garage am 19. September in München. Nach wie vor nicht in den Handel gekommen ist Huaweis Falt-Handy. Ähnlich wie das Galaxy Fold von Samsung hat nun auch das Mate X Verspätung. Erst war eine Veröffentlichung für Sommer geplant, dann wurde daraus September, und nun ist die Rede von Herbst.

Microsoft

Noch schwieriger als die Jahre zuvor ist es heuer, Vorhersagen zu Microsoft zu machen. Ende September, Anfang Oktober zeigt der Konzern gewöhnlich seine neuen Surface-Geräte. Ein rundum neues Surface-Pro-Tablet ist überfällig – letztes Jahr gab es ja nur ein vergleichsweise kleines Update. Allein schon ein Umstieg auf USB-C ist überfällig. Stemmte sich Microsoft doch bisher so konsequent gegen den neuen Standard wie kaum ein anderer Hersteller.

Unklar ist, was aus futuristischeren Geräten wie dem Surface Phone oder einem Doppelbildschirm-Surface wird. Sind die Geräte noch in Entwicklung, oder wurden sie eingestellt? Entscheidend dabei dürfte sein, welches Gewicht Microsoft der neuen Partnerschaft mit Samsung zumisst. Ist die nur Show, oder steckt da mehr dahinter?

Google

Anders als Microsoft spielt Google heuer mit schon fast offenen Karten. Der Konzern hat über den Sommer schon mehrere Details der kommenden Pixel-Handys verraten.

Die spannendste Neuerung ist ein Radarsensor, der Handgesten erkennt. Die Technologie geht auf Googles schon vor Jahren vorgestelltes Project Soli zurück. Wie nützlich das allerdings in Smartphones ist, wird sich zeigen. Schliesslich machen solche Gesten deutlich mehr Sinn bei Geräten, die man nicht ständig in der Hand hält, wie Bildschirme, Uhren oder Tablets, die man auch mal aus der Ferne bedienen möchte.

Ansonsten dürfte das Handy eine Doppelkamera erhalten und optisch weniger spektakulär daherkommen. Da das Smartphone aber wie seine Vorgänger vermutlich nicht offiziell (und nur wie Importe) in die Schweiz kommt, sollte man sich hierzulande aber sowieso keine allzu grossen Hoffnungen machen.

Spannender als die Smartphones dürften bei Google sowieso erneut Geräte rund um den Google Assistant werden, wie Heimlautsprecher oder -bildschirme. Da Google die ganze Sparte nun unter der Nest-Marke führt, dürfte da sicher die eine oder spannende Neuheit dabei sein.

Nicht ganz ausgeschlossen ist schliesslich, dass Google eigene Smartwatches lanciert. Bereits letztes Jahr gab es Gerüchte über Pixel-Uhren. Ob es dieses Jahr so weit ist? Googles eigenes Uhrenbetriebssystem Wear OS könnte jede Unterstützung brauchen, wenn es zum ersten Verfolger der Apple Watch werden will.

Sonstiges

Nebst den Ankündigungen der grossen Konzerne wird es dieses Jahr noch viele weitere geben. Anfang September findet in Berlin die IFA-Messe statt. Die Ausstellung hat über die Jahre zwar an Wichtigkeit verloren, dennoch werden gerade kleinere Hersteller dort die eine oder andere Neuheit vorstellen.

Schon für nächste Woche hat der Lautsprecher-Spezialist Sonos eine Pressekonferenz angekündigt. Erste durchgesickerte Bilder zeigen einen portablen Lautsprecher mit Ladedock, der auch mit Bluetooth – ein Novum bei Sonos – funktionieren soll. Auch die Kamerahersteller, die das Weihnachtsgeschäft nicht verpassen wollen, werden sich beeilen, Neuheiten noch rechtzeitig vorzustellen und vor allem auf den Markt zu bringen.

Apropos Weihnachtsgeschäft: Man mag vom Black Friday halten, was man will, Fakt ist, dass es Jahr für Jahr bessere Aktionen gibt. Android-Handys, die im Frühling noch 1000 Franken gekostet haben, gibt es dann nicht selten schon für die Hälfte. Es empfiehlt sich daher dringend, vor Ende September kein neues Handy mehr zu kaufen, die Neuheiten abzuwarten und wenn möglich gar bis zum 29. November auszuharren und die Rabatte mitzunehmen.

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