Neues Google-Handy mit Schoko-Innenleben

Neuheit

Google hat sein neues Flaggschiff-Smartphone vorgestellt. Ist das Nexus 5 ein direkter Angriff auf das iPhone 5S?

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Jan Rothenberger@janro

Wenn die Blätter fallen, ist bei Google Smartphone-Frühling: Seit 2010 stellt das Suchmaschinen-Unternehmen jährlich zum Herbstende ein neues Nexus-Handy vor, stets im Tandem mit einer neuen Android-Version. Diesmal heisst sie «Kitkat». Der Grund ist ein Marketing-Deal mit dem Nahrungsmittelmulti Nestlé (siehe Box).

Nun sind die Detailverbesserungen offiziell, die das Nexus 5 verspricht. Indiskretionen hatten dafür gesorgt, dass vom neuen Smartphone in den letzten Wochen immer wieder Bilder und Daten auftauchten. Im Gepäck hat das Telefon ein HD-Display, einen zehn Prozent stärkeren Akku, einen schnelleren Prozessor und doppelt so viel internen Speicher.

Beim Nexus 5 hält Google dem Hersteller LG die Stange, der schon den Vorgänger produzierte. Der neue Android-Bolide gehört in die 5-Zoll-Grössenklasse und hat eine breitere Bildschirmdiagonale als das iPhone 5S. Bei der Auflösung lässt er das neueste Apple-Handy hinter sich. Mit 1080 mal 1920 Pixeln ist das Display feiner aufgelöst als Apples Retina-Bildschirm und in derselben Klasse wie Sonys Xperia- oder Samsungs Galaxy-Handys der 5-Zoll-Kategorie.

Schnörkelloser Tempobolzen

Im Inneren tut ein 2,3-GHz-Prozessor seinen Dienst, womit das Nexus 5 zu den flottesten aktuell erhältlichen Modellen gehört. Damit bleibt sich die Reihe treu, so hatten auch die Vorgängermodelle schon auf Tempo gesetzt. Das Google-Handy bringt die drahtlose Schnittstelle NFC mit und ist mit LTE für schnelle Datenübertragung gerüstet. Beim Speicher bietet das Modell zwei Varianten, mit 16 oder 32 Gigabyte. Ein Slot für eigene Speicherkarten fehlt dafür.

Ein direkter Angriff auf das jüngste iPhone 5S ist das schnörkellose Smartphone nur bedingt. Wie bisher verfolgte die Reihe eher die Taktik, die Konkurrenz beim Preis zu attackieren als bei Ausstattung und Marketing. Mit rund 500 Franken ist das Nexus deutlich günstiger als vergleichbare Modelle.

Benannt nach Schokoriegel

Seine eigene Nexus-Linie nutzt Google regelmässig, um damit Updates seines Betriebssystems ins Schaufenster zu stellen. Aktuell ist das die Android-Version 4.4, benannt nach dem Schokoriegel Kitkat.

Deren Neuerungen dürften die Handyhersteller weniger freuen als die Nutzer. Android will nämlich schlanker werden und Ressourcen schonen – was den Smartphones ein längeres Leben bescheren würde. Konkret soll Android nun weniger Arbeitsspeicher belegen und den Akku schonen, wobei Letzteres bisher erst von der Hardware des Nexus 5 unterstützt wird.

Weiter im Gepäck sind mehrere kleine Neuerungen: Der Sprachbefehl «Ok, Google» weckt das Telefon und lässt es auf weitere Stimmkommandos warten. Es gibt einen Bildschirmmodus, der die Meldungsleiste versteckt und Apps mehr Platz auf dem Display einräumt. Das Adressbuch hebt Kontakte hervor, mit denen der Nutzer regelmässig zu tun hat. Und Kitkat gruppiert Kurznachrichten aus seiner Nachrichten-App Hangouts zusammen mit SMS und MMS.

In der Schweiz ist die 16-GB-Version des Telefons bei ersten Onlinehändlern für 499 Franken bestellbar.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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