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Microsofts Surface-Chef wird auch Windows-Chef

Hard- und Software sollen bei Microsoft künftig Hand in Hand entwickelt werden. Zuvor gab es Gerüchte, Panos Panay wolle zu Apple.

Schwarz oder weiss? Ob man die Präsentationen von Panos Panay mag, ist Geschmackssache. Spannend sind sie auf alle Fälle. Im Bild: Panay zeigt 2019 die Faltgeräte Surface Duo (ein Android-Handy) und Neo (ein Windows-Tablet).
Schwarz oder weiss? Ob man die Präsentationen von Panos Panay mag, ist Geschmackssache. Spannend sind sie auf alle Fälle. Im Bild: Panay zeigt 2019 die Faltgeräte Surface Duo (ein Android-Handy) und Neo (ein Windows-Tablet).
Keystone
Microsoft oder Apple? Im Vorfeld der Umorganisation bei Microsoft gab es unbestätigte Gerüchte, Panay wolle zu Apple wechseln. Im Bild: Bei der Präsentation des Surface Pro 3 von 2014 verglich Panay das Microsoft-Tablet mit dem damaligen Macbook Air.
Microsoft oder Apple? Im Vorfeld der Umorganisation bei Microsoft gab es unbestätigte Gerüchte, Panay wolle zu Apple wechseln. Im Bild: Bei der Präsentation des Surface Pro 3 von 2014 verglich Panay das Microsoft-Tablet mit dem damaligen Macbook Air.
Reuters
Ein Auge für Details: Panay 2016 bei der Präsentation des Surface Studio, dem Desktop-PC mit beweglichem Touchscreen.
Ein Auge für Details: Panay 2016 bei der Präsentation des Surface Studio, dem Desktop-PC mit beweglichem Touchscreen.
Reuters
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Bei Microsoft kommt es im Frühjahr regelmässig zu Reorganisationen und Konzernumbauten. Gemeinsam war diesen Aktionen in den letzten Jahren, dass Windows, das einstige Zugpferd des Konzerns, immer etwas weniger prominent in den Organigrammen, Plänen und Zukunftsvisionen auftauchte. Ein bisschen wie ein ungeliebter Mitarbeiter, den man nicht rauswerfen, aber immer ein wenig weiter weg versetzen kann.

Nicht so dieses Jahr. Windows wird zwar wieder herumgeschoben, aber dieses Mal nicht in eine noch staubigere Ecke, sondern in eine der spannendsten des Konzerns. Windows oder genauer, das, was wir Nutzerinnen und Nutzer davon mitbekommen, kommt in die neue Abteilung «Geräte und Windows» (man beachte die Reihenfolge) und wird dem Surface-Chef Panos Panay unterstellt.

Genau, dem Panos Panay, der seit Jahren die neuen Surface-Tablets und inzwischen auch Desktop-PC, Laptops, Sitzungszimmer-Computer, Kopfhörer und Falt-Smartphones vorstellt und verantwortet.

Ansteckende Begeisterung

In Zeiten von bis ins letzte Detail einstudierten, abgelesenen und von der Rechtsabteilung abgesicherten Produktvorführungen ist Panos Panay eine erfrischende Ausnahme. Mal etwas holprig, mal etwas ungelenk, aber immer authentisch und voller ansteckender Begeisterung zieht er das Publikum gekonnt auf seine Seite.

Ungeachtet seines Show-Talents ist das Surface für Microsoft vom Milliardenflop zum Milliardenerfolg geworden («Das Surface Pro 3 war der Wendepunkt»).

Schwachpunkt Software

Doch so gelungen die Hardware über die Jahre war, einen Kritikpunkt konnten Microsofts Surface-Geräte nie ganz abschütteln – mindestens in den Augen dieses Autors, Testers und Nutzers: Wenn etwas die ansonsten zukunftsweisenden Geräte ausbremst, dann die Software.

2014 schrieb ich zum Surface Pro 3, das ich mir in der Folge trotzdem privat kaufte: «Ähnlich viel Liebe zum Detail hätte man sich auch bei der Software gewünscht. Windows 8 kann zwar so ziemlich alles, was man von einem Laptop und einem Tablet erwartet – nur eben nicht besonders elegant.» Und erst diesen Januar schrieb ich zum neusten Surface Pro X, nachdem ich mich sehr über die gelungene Hardware gefreut hatte: «Abgesehen davon enttäuschte im Test vor allem Windows 10. Es macht viel zu wenig aus der tollen Hardware.»

Ob es dem pingeligen und detailversessenen Panos Panay gelingt, seinen Surface-Erfolg mit Windows zu wiederholen, ist freilich offen. Aber dass es sinnvoll ist, Hard- und Software eng beieinanderzuhalten, beweist Apple Jahr für Jahr.

Schwierige Partnerschaft

Bei Microsofts Hardware-Partnern, die für ihre Computer auf Windows angewiesen sind, wie Lenovo, HP, Dell, Acer, Asus und Co. dürfte die Umplatzierung von Windows ins sowieso schon ungeliebte Surface-Team wenig Freude bereiten. Erst hat ihnen das Surface Kunden in den lukrativsten Preissegmenten abgejagt, und nun wird der Kurs von Windows auch noch von genau diesem Team gelenkt.

Freilich wird Microsoft sich hüten, den Partnern allzu rabiat in die Parade zu fahren. Aber dennoch sind diese gut beraten, sich künftig noch mehr Mühe zu geben, um uns Kunden zu behalten.

Ab zu Apple?

Ein spannendes Detail zur Windows-Reorganisation findet sich am Rande eines Artikels der Microsoft-Kennerin Mary Jo Foley bei Zdnet. Ende 2019 habe es Gerüchte gegeben, Panos Panay habe höhere Ambitionen und sei auf Jobsuche – intern und extern. Dabei sei angeblich nebst einer Auszeit auch ein Wechsel zu Apple eine Option gewesen.

Wirklich beweisen oder belegen konnte Foley die Ambitionen damals nicht. Dass sie sie nun dennoch im Artikel erwähnt, deutet mindestens darauf hin, dass sie nicht ganz aus der Luft gegriffen waren.

Ein Wechseln von Panay zu Apple wäre auf jeden Fall eine Sensation gewesen und einer der spannendsten Transfers der Technologiebranche der letzten Jahre. Nun dürfte das mindestens vorerst ein Gedankenexperiment bleiben und reichlich Material für Kommentarspalten bieten. Man stelle sich nur vor: ein Surface Pro X mit iOS.

Würde Panos Panay zu Apple passen, und was könnte er verbessern? Diskutieren Sie mit unserem Autor auf Twitterund Telegram:

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