Mario hüpft aufs iPhone

Endlich kommt auch der gute alte Mario aufs Smartphone. Doch wie schlägt sich Nintendos Kultklempner in dieser neuen Spielwelt?

Alles beim Alten: Mario rennt von links nach rechts über den Bildschirm, weil er die entführte Peach befreien muss. Ob er damit auch bei den Junggamern Kultstatus erlangen wird?

Alles beim Alten: Mario rennt von links nach rechts über den Bildschirm, weil er die entführte Peach befreien muss. Ob er damit auch bei den Junggamern Kultstatus erlangen wird?

(Bild: zvg)

Mathias Born@thisss

Er ist ein alter Bekannter – allerdings einer, der sich in den letzten Jahren ziemlich rar gemacht hat: Mario hat den Sprung aufs Smartphone lange nicht gewagt. Denn seine Schöpfer bei Nintendo hatten ihm dies verboten. Stattdessen sollte er weiterhin dafür sorgen, dass die Spielkonsolen des japanischen Konzerns gut verkauft werden.

Doch das schafft nicht einmal Mario. Die Verantwortlichen bei Nintendo haben nun endlich eingesehen, dass sie ihr Spielchen nicht länger spielen können: Seit dem Grosserfolg mit der durch Fuchteln steuerbaren Konsole Wii vor acht Jahren ist es für Nintendo nur noch bergab gegangen. Die Zukunft gehört dem Smartphone, egal ob mit oder ohne Mario. Dann wohl doch lieber mit, sagte man sich beim japanischen Spielfabrikanten.

Nach dem kurzzeitigen Grosserfolg mit dem eingekauften Pokémon Go ist nun Nintendos erstes selbst entwickeltes Spiel für ein Smartphone erschienen. Erhätlich ist «Mario Run» für iOS von Apple; wann eine Android-Version folgt, ist noch unklar.

Einfacher gehts nicht

Doch wie schlägt sich Mario ausserhalb von Nintendos Gerätewelten? Ganz gut, wie ein Kurztest der App «Mario Run» zeigt.

Wenig überraschend wird auch dieses Mal die Prinzessin Peach entführt. Mario muss sie wieder mal befreien. Dazu rennt der schnauzbärtige Klempner stets schön von links nach rechts durch sechs Landschaftstypen – auf Wiesen, in Höhlen sowie durch Wüsten – die in je vier Abschnitte unterteilt sind. Entweder hastet er schnurstracks dem Ziel entgegen. Oder er nimmt einige Umwege, um Zusatzpunkte beziehungsweise weitere Münzen einzuheimsen.

Damit das Spiel auch einhändig gespielt werden kann, ist die Steuerung einfacher als in einigen Vorgängertiteln: Mario rennt selbstständig. Auch kleinere Gegner und Stufen überspringt er in Eigenregie. Soll er indes hoch hinaus, muss der Bildschirm angetippt werden. Anspruchsvoller wird es jeweils am Ende einer Landschaft: Dort wartet ein Gegner, an dem Mario alleine garantiert nicht vorbei kommt.

Betörendes Gedudel

Mario ist also wieder zurück – in einem soliden Game. Von den Nostalgikern dürfte der alte Bekannte wohlwollend empfangen werden. Sie werden darüber hinweg schauen, dass das Spiel kaum Überraschungen bietet und einfach gestrickt ist. Dass eine Internetverbindung zum Weiterkommen nötig ist, dürften sie hinnehmen. Und sie werden auch die 10 Franken hinblättern, die Nintendo nach den ersten paar kostenlosen Levels einfordert.

Nicht einmal das Gedudel aus den Lautsprechern dürfte sie nerven. Im Gegenteil: Dieses wird sie an die gute alte Zeit erinnern, als Nintendo noch ganz gross war. Doch wird Mario mit dieser Performance auch bei den verwöhnten Junggamern Kultstatus erlangen?

Berner Zeitung

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