iPhone-Scanner bereitet Datenschützern Kopfschmerzen

Vergangene Woche hat Apple der Welt sein neues iPhone vorgestellt. Hauptinnovation des Smartphones ist der Fingerabdruckscanner. Doch Schweizer Datenschützer werten diesen als Sicherheitsrisiko.

Ein Passwort ist nicht mehr notwendig: Zwei Männer testen in Peking den Fingerabruckscanner des neuen iPhones.

Ein Passwort ist nicht mehr notwendig: Zwei Männer testen in Peking den Fingerabruckscanner des neuen iPhones.

(Bild: Keystone)

Der Fingerabdruckscanner, der im neuen iPhone eingebaut ist, gerät ins Visier von Politik und Datenschutz, wie Recherchen der «SonntagsZeitung» ergeben. Vergangene Woche hat Apple das neue iPhone 5S vorgestellt. Die Hauptinnovation des Geräts ist ein Fingerabdruckscanner, mit dem das Gerät ohne Passwort entsperrt werden kann.

Apple verspricht, dass die neue Technik sicher ist. Die Daten würden verschlüsselt und ausschliesslich lokal auf dem Gerät gespeichert. Das sieht Francis Meier, Mitarbeiter bei der eidgenössischen Datenschutzbehörde, anders: «iPhones sind mit dem Internet verbunden. Es besteht deshalb die Gefahr, dass die Fingerabdrücke in fremde Hände geraten, auch wenn sie lokal gespeichert sind.»

Datenschützer werden aktiv

Auch der renommierte Schweizer IT-Sicherheitsexperte Marc Ruef sieht ein Gefahrenpotenzial: «Um an die Daten der Fingerabdrücke heranzukommen, müssten Hacker einen erhöhten Aufwand betreiben. Unmöglich wäre das aber nicht», sagt Ruef.

Obwohl Apple keine Schweizer Firma ist, will das Team um den höchsten Schweizer Datenschützer Hanspeter Thür aktiv werden: «Wir werden uns dafür einsetzen, dass die Vereinigung der europäischen Datenschützer bei der EU auf die Problematik hinweisen wird», sagt Meier.

kpn

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