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Handyverbot fällt auch in den Schweizer Flugzeugen

Die USA erlauben es den Fluggästen bereits, Handy und Computer auch bei Start und Landung zu benutzen. Nun zieht Europa nach. Telefonieren ist hingegen weiterhin verboten.

Die Umsetzung der neuen Regelung hängt von den Fluggesellschaften ab: Eine Passagierin und ihr Smartphone.
Die Umsetzung der neuen Regelung hängt von den Fluggesellschaften ab: Eine Passagierin und ihr Smartphone.
Keystone
Im Flugmodus unterwegs: Ein Passagier der Schweizer Fluggesellschaft Swiss hört auf dem Flug Zürich–Oslo Musik auf seinem iPhone. (12. April 2013)
Im Flugmodus unterwegs: Ein Passagier der Schweizer Fluggesellschaft Swiss hört auf dem Flug Zürich–Oslo Musik auf seinem iPhone. (12. April 2013)
Gaëtan Bally, Keystone
WLAN im Flugzeug: Angestellte der Lufthansa testen in einem Airbus A340 in Hamburg das drahtlose Internet. (Archivbild)
WLAN im Flugzeug: Angestellte der Lufthansa testen in einem Airbus A340 in Hamburg das drahtlose Internet. (Archivbild)
Ulrich Perrey, Keystone
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Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (Easa) hat heute den Gebrauch elektronischer Geräte im Flugmodus auch in der Start- und Landephase erlaubt. Doch wie lauten die Bestimmungen für Schweizer Airlines? Die neuen Regeln gelten nämlich nur für Fluggesellschaften aus den EU-Ländern, Airlines mit Sitz ausserhalb der EU sind daran nicht gebunden.

Martine Reymond vom Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) sagt auf Anfrage, dass man in der Schweiz den neuen Easa-Richtlinien folgen werde. Reymond geht davon aus, dass die Umsetzung wohl einige Wochen dauert: «Es kommt drauf an, wie schnell die Fluggesellschaften wie beispielsweise die Swiss ihre internen Richtlinien anpassen», so die Sprecherin des Bazl.

In den USA bereits erlaubt

Sind die Anpassungen dem Bazl vorgelegt und von diesem abgesegnet, können die Passagiere ihre Mobiltelefone im Flugmodus während der Landung und dem Start brauchen. Die Sende- und Empfangsfunktion ist in diesem Modus nach wie vor ausgeschaltet. Europas Reisende können also auch in Zukunft an Bord nicht ungehemmt telefonieren oder im Internet surfen.

Schwere Laptops müssen Passagiere vor dem Start gut verstauen. In den USA ist es Fluggästen bereits erlaubt, Telefone und Tablets auch während der Starts und Landungen anzulassen.

Telefonierverbot auf dem Prüfstand

Die EU-Experten prüfen, ob Handytelefonate an Bord erlaubt werden könnten, und wollen 2014 Ergebnisse vorlegen. Bisher mussten Passagiere Computer und Handy bei Start und Landung sowie auf dem Rollfeld ganz ausschalten, um die Flugzeugelektronik nicht zu stören. Das Telefonverbot geht auf den Verdacht zurück, dass Funksignale von Handys den Funkverkehr der Piloten stören könnten.

Nach Meinung von Experten ist dieser Verdacht aber inzwischen ausgeräumt. EU-Verkehrskommissar Siim Kallas verwies aber darauf, dass die Flugbesatzung entscheide und jederzeit das Ausschalten aller Geräte verlangen könne: «Sicherheit geht vor. Es sind der Pilot und die Crew, die die Entscheidung treffen müssen.»

Die EU-Kommission lässt prüfen, ob bald auch das Handyverbot fallen könnte. «Heute war nur der erste Schritt», sagte Kallas. Kritiker monieren, dass telefonierende Passagiere ein Ärgernis für Mitreisende seien. Auch Kommissar Kallas mahnte: «Das Flugzeug ist der letzte ruhige Ort der Welt, wo die Leute nicht mit dem iPhone telefonieren.»

USA prüfen Internetnutzung im Flugzeug

Europa zieht mit dieser Entscheidung nach. In den USA hatte die US-Telecomaufsicht FCC Passagieren bereits erlaubt, Telefone und Tablets auch während der Starts und Landungen eingeschaltet zu lassen.

Und die USA gehen noch weiter: Die FCC will die Internetnutzung im Flugzeug ausweiten – dann würden Telefongespräche über den Wolken zum Alltag. «Es ist an der Zeit, unsere veralteten und strikten Regeln zu überprüfen», hatte die FCC dies begründet.

(SDA)

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