E-Banking: Mit der App gehts schneller

Einfache Zahlungen erledigt man besser mit dem Smartphone. Denn dank der Kamera können Rechnungen weitaus schneller erfasst werden als am normalen Computer. Ein Test der neuen App der Berner Kantonalbank.

Bequem bezahlen:Der Einzahlungsschein wird mit der App der Berner Kantonalbank eingelesen. Im Handumdrehen ist die Rechnung bezahlt.

Bequem bezahlen:Der Einzahlungsschein wird mit der App der Berner Kantonalbank eingelesen. Im Handumdrehen ist die Rechnung bezahlt.

(Bild: Andreas Blatter)

Mathias Born@thisss

Schon wieder flattert eine Rechnung ins Haus – bloss wenige Stunden nachdem der Stapel mit den letzten Forderungen getilgt worden ist. Doch dieses Mal soll postwendend gezahlt werden: direkt vom Küchentisch aus – ohne dass die ganze Computermaschinerie angeworfen werden muss.

Dank einer neuen App können Kunden der Berner Kantonalbank (BEKB) nun einfach per Smartphone Geld überweisen – zumindest sobald die für Android und iOS verfügbare Software via das normale E-Banking-Portal freigeschaltet wurde. Besonders praktisch ist die Scanfunktion: Der Einzahlungsschein wird vor die Linse des Smartphones gehalten. Schon hat das System die meisten Angaben erkannt: Es trägt das Konto des Empfängers ein und die bis zu 27 Stellen lange Referenznummer – seit je das Ärgernis vieler Schuldner.

Die Berner sind langsam

Mit der neuen BEKB-App lassen sich auch die Kontostände ­abfragen sowie Listen mit den Zahlungen und Geldbezügen einblenden. Die Applikation gewährt sogar Einblick ins Depot; allerdings können keine Wertschriften gehandelt werden. Hinterlegt sind auch zwei Kontakte: Auf Fingerdruck kann man via Smartphone den Bankberater oder die Notfallzentrale anrufen, etwa um eine Karte nach einem Diebstahl sperren zu lassen.

Damit bietet diese E-Banking-App etwa dieselben Möglichkeiten wie die Produkte der Konkurrenten. Bloss waren diese früher am Markt: Die Postfinance hat die erste Version 2010 lanciert, UBS und Credit Suisse folgten 2011, Raiffeisen 2012. Bei der BEKB setzte man hingegen auf die mobile Version der Website, über die sich zwar Kontoinfos und Transaktionslisten einblenden, jedoch keine Zahlungen tätigen lassen. Aufgrund ihrer Grösse sei die Bank im technischen Bereich «kein ‹first mover›», räumt BEKB-Mediensprecherin Kerstin Eichenberger ein. «Lange war eine optimierte Website die einfachste und schnellste Art, Kunden Bankdienstleistungen auf Smartphones zur Verfügung zu stellen.» Nun aber könnten Apps mit Zusatzfunktionen wie «Scan & Pay» angeboten werden.

Wie viel Sicherheit ist nötig?

Es gibt im Detail durchaus Unterschiede zwischen den E-Banking-Apps. So lässt sich nicht mit allen Wertschriften handeln oder E-Rechnungen bezahlen (siehe Tabelle). Auch bei den Sicherheitsvorkehrungen – und damit dem Kundenkomfort – gehen die Anbieter eigene Wege: Die Postfinance – bekannt fürs umständliche Login mit Karte, Lesegerät und mehrfacher Eingabe von Codes – bietet in der App zusätzlich einen Schnellservice an. Bei diesem genügt das Passwort.

Allerdings lassen sich auf diese Weise nur Rechnungen bis zu 250 Franken pro Tag beziehungsweise 5000 Franken pro Monat begleichen – und leider auch keine Einzalungsscheine scannen. Bei der UBS-App reicht das Passwort beziehungsweise der Fingerabdruck dazu, Geld zwischen eigenen Konten zu transferieren. Für andere Überweisungen muss man die «Access Card» zücken. Die Credit Suisse verlangt zusätzlich zum Passwort einen per SMS zugestellten Code oder das «Secure Sign»-System mit separater App. Und bei Valiant sind mobil ausschliesslich Zahlungen an Empfänger möglich, an die man bereits früher Geld geschickt hat.

In der BEKB-App hingegen muss man lediglich das Passwort eingeben, um Zahlungen zu tätigen. Die aus dem E-Banking gewohnten Code-Listen werden nicht benötigt. Trotzdem sei die App sicher, sagt Kerstin Eichenberger. «Die eingesetzte Authentifizierung entspricht den aktuellen Standards.» Bei aussergewöhnlichen Zahlungen werde die Eingabe eines Sicherheitscodes verlangt. Dann muss man ins herkömmliche E-Banking wechseln.

Beim Test am Küchentisch bewährt sich die übersichtliche App der BEKB: Der Einzahlungsschein wird erkannt. Einziger Wermuts­tropfen in unserem Fall: Die Empfängeradresse muss manuell eingetragen werden. In einer Minute ist der Auftrag erteilt, und der Einzahlungsschein liegt im Altpapier.

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