«Der iPhone-Scanner kann ein grosser Schritt vorwärts werden»

Medienschau

Was sagen die führenden Tech-Blogs zum iPhone 5S mit Fingerabdrucksensor?

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Matthias Schüssler@MrClicko

Die Reaktionen auf Apples Ankündigungen von gestern Abend fallen verhalten aus. Was die Weltöffentlichkeit zum iPhone 5S und zu den neuen, farbigen iPhone-5C-Modellen erfahren hat, war zu grossen Teilen schon bekannt – und letztlich nicht so spektakulär. Zur wichtigsten neuen Funktion, dem Fingerabdrucksensor, gibt es geteilte Meinungen.

The Verge beispielsweise schreibt: «Da sich die Hälfte aller iPhone-Benutzer nicht die Mühe macht, einen Passcode einzurichten, ist das kein gewichtiges Verkaufsargument. Warum hat Apple dennoch so viel Zeit und Geld in diese Funktion investiert? Weil der Sensor eine grosse Palette an neuen Möglichkeiten für Zahlungen, Authentifizierung und Lösungen Dritter bietet.»

Als Spielverderberin mischt sich Ina Fried von Allthingsd.com in die Diskussion ein: «Der vielleicht überraschendste Aspekt ist, dass der Sensor nur für zwei Dinge verwendet werden kann: um das Telefon zu entsperren und iTunes-Einkäufe zu tätigen.» Entwickler würden keinen Zugriff auf den Sensor erhalten, weiss Allthingsd.com von Apples Vize Phil Schiller. Ob sich das in der Zukunft ändern wird, hat Schiller allerdings nicht gesagt.

Darum bleibt Grund zur Hoffnung, auch bei Macworld.com: Die Touch-ID (so heisst der Fingerabdruckscanner offiziell) ist auf lange Sicht wegweisend. Andere Telefonhersteller werden diesem Weg folgen, und die Entsperrung des Telefons wird irgendwann völlig normal erscheinen.»

«Das Nutzerverhalten nachhaltig prägen»

CNET ist hingegen der Ansicht, der Sensor rette Apples Ruf als Smartphone-Hersteller, der zuvorderst mitmischt und es schaffe es zudem das Nutzungsverhalten der User nachhaltig zu prägen. «Nach einem Dutzend Tastendrücken haben wir es geschafft, mittels Touch-ID unseren Finger scannen zu lassen. Der Scan passiert augenblicklich, es fühlt sich an, wie den Home-Knopf zu drücken. Der Scan passiert unbemerkt.»

Techcrunch weist darauf hin, dass Apples Neuerung so neu nicht ist: Motorola Mobility habe einen solchen Sensor schon in sein 2011-Topmodell Atrix integriert: «Das Problem war, dass der Sensor schrecklich zickig war und den Fingerabdruck nicht immer akzeptierte. Das war den ganzen Ärger nicht wert.» Der Kommentator ist sich sicher, dass auch Apple mit diesem Problem zu kämpfen hatte – doch wie erfolgreich sie sein werden, wird erst der Alltag zeigen.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz-Redaktor Rafael Zeier, der den Sensor in Berlin in Aktion sehen konnte, meint: «Wenn der Scanner so elegant funktioniert wie versprochen, ist er ein kleiner Schritt vorwärts. Wenn ihn Apple in naher Zukunft mit den Kreditkartendaten der Kunden verknüpft, könnte es sogar ein grosser Schritt werden...»

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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