App nach draussen!

Diese Apps sind nichts für Stubenhocker: Karten, Spiele und Wetterprognosen. Sieben Empfehlungen der Digitalredaktion.

Längst nicht nur zum Fotografieren: Das Smartphone kann noch mehr.

Längst nicht nur zum Fotografieren: Das Smartphone kann noch mehr.

(Bild: Reuters)

Simone Luchetta@SimLuchetta
Matthias Schüssler@MrClicko
Rafael Zeier@RafaelZeier

Schweiz Mobil
Gratis; Google Play, iPhone

Für Biker, Wanderer, Hobbykanuten und Velofahrer ist die kostenlose Schweiz-Mobil-App unverzichtbar. Mit dabei sind die Landeskarten von Swisstopo, die man online gratis nutzen kann. Wer die Zusatzoption Schweiz Mobil Plus für 35 Franken pro Jahr kauft, kann die Karten auch herunterladen und unterwegs ohne Handyempfang einsetzen. Wahlweise lassen sich Veloweg, Bikerroutennetzwerke oder das gesamte Wanderwegnetz auf die Karten legen. Die Touren lassen sich einzeln einblenden, samt Beschreibung, Fotos und Höhenprofil. ÖV-Haltestellen sind verknüpft mit dem SBB-Fahrplan. (luc)


Map My Track
Gratis; iPhone, Google Play

Der Sportartikelhersteller Under Armour aus dem US-amerikanischen Baltimore hat eine Reihe von Sport-Apps in petto. Map My Run, Map My Ride und Map My Walk sind spezifisch auf einzelne Sportarten zugeschnitten – Rennen, Velofahren und Wandern. Wer mehrere Sportarten betreibt und diese in einer App nachverfolgen will, findet in Map My Fitness eine App, die mehr als 600 verschiedene Arten von Aktivitäten aufzeichnet. Von A wie Aerobic über C wie Cheerleading und R wie Rasenmähen bis hin zu Z wie Zelten sind alle Betätigungen vertreten, die den Ruhepuls in die Höhe treiben könnten – wobei es im letzteren Fall bezüglich Fitness einen beträchtlichen Unterschied macht, ob man das Zelt aufbaut oder bloss drin liegt.

Für bewegungsorientierte Menschen bietet sich auch die App Map My Tracks an. Sie speichert Rad-, Wander- oder Joggingtouren als GPS-Track auf einer Karte, zeigt Distanz, Dauer, Durchschnittsgeschwindigkeit, Auf- und Abstieg an und kann den Trainingsverlauf in Echtzeit oder beschleunigt auf der Karte wiedergeben. Die aufgezeichneten Routen lassen sich über soziale Medien weitergeben, bearbeiten oder veröffentlichen. Routen von anderen Benutzern können heruntergeladen und selbst absolviert werden.

Das Tracking ist mit der kostenlosen Variante der App möglich. Die Pro-Version bietet weitergehende Analysemöglichkeiten und Trainingspläne: Das kostet 3 Franken im Monat oder 28.50 im Jahr. Für einen einmaligen Betrag von 4 Franken kann das Live-Tracking aktiviert und die Werbung abgeschaltet werden. Die Apps von Under Armour kooperieren auch mit externen Fitnessgeräten wie Pulsgürteln oder digitalen Waagen.

Welche Fitness-App für Jogger und Radler obenauf schwingt, ist letztlich Geschmackssache und eine Frage der sportlichen Bandbreite und Intensität und Ernsthaftigkeit, mit der man seine Fitnessziele verfolgt. Sowohl Runkeeper, Runtastic, Runmeter als auch die Apps von Under Armour haben ihre Verfechter. Map My Tracks wird oft wegen seiner sozialen Funktionen bevorzugt. (schü)


Ingress
Gratis; Google Play, iPhone

Diese App treibt einen nach draussen. Mit Ingress wird die eigene Umgebung zum Spielfeld (Die Schweiz wird zum Spielfeld). Das Geospiel ist eine Mischung aus Schnitzeljagd und Räuber und Poli. Auf einer Karte bekämpfen sich das grüne und das blaue Team. Es geht darum, sogenannte Portale zu erobern und zu verteidigen. Das geht aber nicht vom Sofa aus. Man muss vor die Tür. Spielen kann man Ingress nämlich nur, wenn man sich auch wirklich bei den jeweiligen Portalen befindet. Es ist erstaunlich, wie sehr einen das Spiel motiviert, Zusatzschlaufen zu laufen und aus dem Haus zu gehen. Entwickelt und betreut wird Ingress von Google. Wer sich vor dem Suchkonzern fürchtet und um seine Daten sorgt, sollte davon genauso die Finger lassen wie von Google Maps (siehe nächsten Tipp). (zei)


Nokia Here
Gratis; Google Play, iPhone

Nebst der Suche ist Maps einer der besten Google-Dienste. Es gibt zwar auch hier Alternativen, aber die sind fast immer mit Nachteilen verbunden. Die beste Alternative bietet aktuell Nokia. Der ehemalige Handykonzern hat 2008 mit Navteq einen der grössten Kartenanbieter übernommen. Seit dem Verkauf der Handysparte an Microsoft hat Nokia seinen Kartendienst Here weiter ausgebaut und entsprechende Apps lanciert. Wer will, kann den Dienst auch im Browser nutzen: www.here.com. Über die Feiertage ist der ideale Zeitpunkt, den Kartendienst selbst einmal auszuprobieren. (zei)


Outdooractive
Premium/gratis; iPhone, Android

Outdooractive.com ist laut Eigendeklaration die grösste Outdoor-Plattform Europas. Die dazugehörende App bietet Zugriff auf Tausende von Touren, die von den Redaktoren oder der Community erstellt wurden. Die Touren lassen sich nach Aktivitäten (Wandern, Velofahren, Laufen, Stadtrundgang, Reiten etc.), nach Standort, Dauer und Schwierigkeitsgrad auswählen. Die Touren sind ausführlich beschrieben, nach Auf- und Abstiegen gegliedert und in Kriterien wie Kondition, Landschaft, Erlebnis und technische Abwechslung eingeteilt. Mit der Pro-Version der App (10 Franken) lassen sich die Touren aufs Gerät herunterladen und ohne Netzabdeckung absolvieren.

Als Nutzer kann man eigene Touren tracken, fremde Vorschläge zum Merkzettel hinzufügen oder als erledigt kennzeichnen und sich über die Apple-Maps- oder via SBB-App an den Startpunkt hinlotsen. Während der Aufzeichnung hat man die Möglichkeit, benannte Wegpunkte zu setzen und so Sehenswürdigkeiten oder Rastplätze auszuzeichnen. Die App greift nicht nur auf Kartenmaterial von Apple zu, sondern stellt auf Wunsch auch Material von Open Street Map zur Verfügung und blendet auf Wunsch Zusatzebenen wie das Koordinatengitter oder Wintersportsignaturen ein. Für den deutschsprachigen Raum sind laut Hersteller auch die Daten zum Rad- und Wanderwegnetz vorhanden, ebenso gibt es eine umfangreiche Hüttendatenbank.

In der App finden sich digitale Hilfsmittel für grosse und kleine Touren: Nebst Kompass, Höhenmeter und Wetterprognose gibt es den Hangneigungsmesser, der bei der Einschätzung der Lawinengefahr hilft. Das Notrufmodul verbindet direkt mit der Nummer 112 und zeigt den Standort an – nicht nur die Koordinaten, sondern auch die nächstgelegene Strasse. (schü)


Meteo Swiss
Gratis; Google Play, iPhone

Die motivierendsten Apps helfen nichts, wenn es draussen regnet. Damit man seine Spaziergänge, Joggingrunden und Wanderungen planen kann, braucht es eine gute Wetter-App. Die Auswahl ist riesig, und jede App hat Vor- und Nachteile. Im eigenen Alltag hat sich Meteo Swiss vom nationalen Wetterdienst seit Jahren bewährt. Die App ist übersichtlich und liefert alle wichtigen Infos, warnt vor Stürmen und hat – ganz wichtig für Schönwetterwanderer – ein Regenradar mit Prognose. Damit kann man Wanderungen verlängern oder abkürzen, je nach Wetterlage. (zei)


Survival Guide
Gratis; iPhone, Google Play

Der Survival Guide stammt von der US Army – wie vertrauenserweckend das ist, konnte ich bislang nicht erhärten, da ein authentischer Test zwangsläufig mit echter Lebensgefahr verbunden wäre und das im Pflichtenheft eines Tagi-Redaktors nicht vorgesehen ist. Die App ist technisch gesehen keine Glanzleistung: Es handelt sich um eine Sammlung von PDF-Dateien, die über ein Menü erschlossen werden und sich auf einem kleinen Smartphone-Bildschirm schlecht lesen lassen.

Das Informationsangebot indes ist umfangreich. Die einführenden Kapitel beschäftigen sich mit der Planung und der Psychologie einer Überlebensmission, um sich dann medizinischen Fragen, dem Bau von Unterschlüpfen, dem Feuermachen und der Wasseraufbereitung sowie der Proviantbesorgung zu widmen. Im weiteren Verlauf wird der Umgang mit essbaren und giftigen Pflanzen und gefährlichen Tieren erklärt, und man lernt, wie man ad hoc Waffen aus Ästen und Steinen bastelt, die jedem Urzeitmenschen zur Ehre gereichen würden.

Abgerundet wird das Buch durch Vorschläge, wie man versuchen könnte, Retter auf sich aufmerksam zu machen – ausserdem lernt man Knotentechniken. Selbstverständlich macht die App aus einem Zivilisationskrüppel keinen Überlebenskünstler. Aber sie gibt ein gutes Gefühl, für den Fall der Fälle gerüstet zu sein – selbst wenn zu befürchten ist, dass die begrenzte Akkukapazität eines modernen Smartphones das grösste Problem am Konzept «Survival by App» sein dürfte. (schü)

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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