Was das neue iOS 11.4 bringt

Mit dem neusten Software-Update löst Apple ein fast ein Jahr altes Versprechen ein.

Im Juni 2017 stellte Apple-Chef Tim Cook iOS 11 vor. Die letzten Funktionen wurden nun ausgeliefert.

Im Juni 2017 stellte Apple-Chef Tim Cook iOS 11 vor. Die letzten Funktionen wurden nun ausgeliefert.

(Bild: Reuters)

Rafael Zeier@RafaelZeier

Damit hatte wohl kaum jemand gerechnet. Weder die Journalisten im Publikum, noch die Apple-Manager auf der Bühne.

An der jährlichen Entwicklerkonferenz stellte Apple Anfang Juni 2017 zahlreiche Neuheiten und Verbesserungen von iOS 11 vor. Doch nicht alle waren parat als iOS 11 per Update im September ausgeliefert wurde.

Geduld gefragt

Mit jedem Mini-Update, das Apple übers Jahr veröffentlicht hat, wurden die meisten Funktionen Schritt für Schritt nachgereicht. Aber nicht alle.

Die Möglichkeit, iMessages per Cloud über alle Apple-Geräte zu synchronisieren, wollte und wollte nicht auftauchen. Manchmal fand man sie in Beta-Versionen. Doch offiziell veröffentlicht wurde sie nie.

Auch als der Homepod, Apples Siri-Lautsprecher, im Frühjahr in den Handel kam (nicht in der Schweiz), fehlte eine der wichtigsten Funktionen: Multi-Room-Audio, also die Möglichkeit, Musik von einem Gerät in mehrere Räume auf mehrere Lautsprecher zu verteilen. Selbst die Möglichkeit, zwei Homepods für Stereoklang zu koppeln, fehlte zum Verkaufsstart.

Das Problem dürfte weniger die Hardware, sondern Airplay 2 gewesen sein. Mit iOS 11 hat Apple auch einen neuen Standard angekündigt, um Musik vom iPhone per WLAN an Lautsprecher zu senden. Auch diese Funktion tauchte manchmal in Beta-Versionen auf, und dann verschwand sie wieder.

Doch noch!

Doch damit ist nun Schluss! Gestern (fast ein Jahr nach der Ankündigung und eine Woche bevor iOS 12 vorgestellt wird) hat Apple mit dem Update auf iOS 11.4 sowohl Airplay 2 als auch iMessages in der Cloud veröffentlicht.

Das Update findet man auf iOS-Geräten wie üblich unter Einstellungen/Allgemein/Softwareupdate. Wie immer empfiehlt es sich, vor einem Update ein Back-up zu machen.

Mehrere Lautsprecher

Wer Airplay 2 ausprobieren möchte, muss sich noch gedulden. Aktuell lassen sich nur der Apple TV und der Homepod (und wer hat den schon in der Schweiz) als Lautsprecher auswählen.

Doch das dürfte sich bald ändern. Eine ganze Reihe von Herstellern hat versprochen, ihre Lautsprecher per Update für den neuen Standard umzurüsten. Apple hat eine Liste mit künftig kompatiblen Lautsprechern veröffentlicht. Dabei sind Hersteller wie Sonos, Marantz, Libratone Denon und Bang & Olufsen. Wann die Hersteller ihre Updates ausliefern, steht da allerdings nicht.

Mit iOS 11.4 kann Siri auf dem Homepod nun auch Deutsch und Französisch. Das ist auch nötig. Denn in unseren Nachbarländern kommt der Lautsprecher am 18. Juni in den Handel.

Wolkige Nachrichten

Die zweite grosse Neuerung des Updates dürfte einem dagegen kaum auffallen. Die Möglichkeit, iMessages über die iCloud zu synchronisieren, ist nämlich standardmässig deaktiviert. Ein schlauer und kundenfreundlicher Schachzug von Apple. So wird sich kein Cloud-Skeptiker übergangen fühlen.

Unser Video zeigt, wie man die Funktion aktiviert:

Im aktuellen Beispiel musste man nur den digitalen Regler rüberschieben und die Funktion war aktiviert. Das liegt daran, dass ich mein Apple-Konto per Zweifaktorauthentifizierung schütze. Wer das nicht tut, wird beim Aktivieren der neuen iMessage-Funktion aufgefordert, das ebenfalls zu tun. Das ist nämlich eine Voraussetzung und nur nebenbei erwähnt eine dringende Empfehlung bei allen Geräten und Webdiensten.

Doch was bringt die Funktion überhaupt? Sie dient in erster Linie dazu, iMessage über mehrere Apple-Geräte hinweg synchron zu halten. Wenn man auf dem iPhone eine Nachricht löscht, verschwindet sie auch auf dem iPad. Wenn man ein neues iPhone kauft, sind auch alte Konversationen gleich wieder drauf. Zudem soll die Funktion Speicherplatz auf dem Gerät sparen, ob und wie das genau funktioniert, liess sich allerdings noch nicht feststellen.

Nun, da die letzten offenen Versprechen von iOS 11 erfüllt und damit alle Pendenzen abgearbeitet sind, ist alles parat für die jährliche Apple-Entwicklerkonferenz. Diese beginnt am Montag und dürfte nebst iOS 12 zahlreiche Neuerungen rund um Software, Plattformen und Dienste bringen. Nach neuen Geräten sieht es heuer nicht aus.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt