Warum die Whatsapp-Gründer gehen und was sie jetzt machen

Mit dem Verkauf an Facebook haben die Gründer Milliarden verdient. Nun sind beide weg. Die Hintergründe.

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2014 wurde Jan Koum über Nacht zum Milliardär. Für 19 Milliarden Dollar kaufte Facebook seine Messaging-App Whatsapp. In der Folge beteuerten Facebook und Whatsapp, dass den Millionen von Nutzern keine Nachteile entstehen würden – und vor allem ihre Privatsphäre nicht verletzt würde. Auch Werbung würde es bei Whatsapp keine geben. Anfängliche Nutzerproteste ebbten ab. Der Messenger wuchs unter dem neuen Besitzer ebenfalls weiter.

Jan Koum und sein Mitgründer Brian Acton blieben auch nach der Übernahme bei Whatsapp. Koum bekam zusätzlich einen Sitz im Verwaltungsrat von Facebook. Trotzdem lief nicht alles reibungslos. Die Frage, wie Facebook den hohen Kaufpreis wieder hereinholen kann, blieb im Raum, da Whatsapp kein Geld verdiente.

2016 bekam der Messenger neue Nutzungs- und Datenschutzbedingungen. Diese ermöglichten es, Nutzerprofile und damit verbundene Telefonnummern mit Facebook zu verknüpfen. Erneut gab es Proteste. Die flauten zwar erneut ab, aber die EU nahm Ermittlungen auf.

Die kamen zum Schluss, dass es entgegen anders lautenden Beteuerungen schon 2014 bei der Übernahme technisch möglich gewesen sei, Whatsapp-Konten mit Facebook-Daten zu verknüpfen. Zur Strafe verhängte die EU vor einem Jahr eine Busse von 110 Millionen Euro. Die Genehmigung für die Übernahme wurde aber nicht nachträglich zurückgezogen.

Der erste Gründer geht

Nur Monate später gab Brian Acton seinen Abschied von Whatsapp und Facebook bekannt. Der durch den Verkauf ebenfalls zum Milliardär gewordene Mitgründer gab an, sich in den Bereichen Nonprofit, Technologie und Kommunikation betätigen zu wollen. Was er damit meinte, wurde Anfang 2018 klar. Acton investierte 50 Millionen Dollar in die Messaging-App Signal und wurde Executive Chairman der Signal-Foundation.

Die Non-Profit-Stiftung betreut die App und entwickelt deren Verschlüsselungstechnologie, die auch Dienste wie Skype, Whatsapp und der Facebook-Messenger nutzen. Sein Ziel sei es, Datensicherheit und Schutz der Privatsphäre allen zugänglich zu machen, schrieb Acton in einem Blogbeitrag.

Dass er mit Facebook nichts mehr zu tun haben will, machte er schliesslich Ende März auf dem Höhepunkt der Diskussion um die Weitergabe von Nutzerdaten deutlich. Auf Twitter plädierte er dafür, das eigene Facebook-Konto zu löschen.

Der zweite Gründer geht

Am späten Montagabend hat nun auch Jan Koum seinen Abschied von Whatsapp bekannt gegeben. In einem Facebook-Beitrag äussert er sich zwar nicht zu den Gründen. Dafür gibt er an, sich künftig auf seine Hobbys konzentrieren zu wollen: Porsches sammeln, an seinen Autos herumtüfteln und Ultimate Frisbee (eine Mannschaftssportart) spielen.

In einer Replik bedankt sich der Facebook-Chef Mark Zuckerberg für seine Dienste. Er würde die Zusammenarbeit mit Koum vermissen. Von ihm habe er gelernt, wie wichtig Verschlüsselung sei und dass man Macht nicht zentralisieren, sondern den Leuten zurückgeben solle. Diese Werte sollen auch weiterhin im Zentrum von Whatsapp stehen.

Zu den Gründen hinter der Ankündigung weiss die «Washington Post» mehr. Die Zeitung berichtet von zermürbenden internen Streitigkeiten rund um Datenschutz und Privatsphäre. So habe Facebook als mögliche Einnahmequelle Kundendienst- und Verkaufskanäle für Firmen ausgemacht. Die dazu nötigen Abstriche bei der Verschlüsselung seien bei Koum jedoch schlecht angekommen. Auch Streit um einen in die App integrierten Bezahldienst für Indien habe es gegeben.

Die aktuelle Debatte um Datenschutz bei Facebook habe den Entscheid von Koum allerdings nicht beeinflusst, berichten Insider. Er habe sich schon früher entschieden, zu gehen. Auch andere Whatsapp-Mitarbeiter planten, das Unternehmen zu verlassen: sobald sie im November ihre bei der Übernahme vertraglich zugesicherten Aktien und Bonifikationen einziehen dürfen. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 02.05.2018, 07:53 Uhr

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