Virtual Reality: Schon jetzt ein hart umkämpfter Markt

Dieses Jahr hat das lange Warten auf die virtuelle Realität ein Ende. Mehrere Konzerne sind in den Startlöchern.

Facebook, Google, Samsung und Sony haben ein Auge auf die virtuelle Realität geworfen und erste Geräte am Start.

Facebook, Google, Samsung und Sony haben ein Auge auf die virtuelle Realität geworfen und erste Geräte am Start.

(Bild: Reuters)

Jan Rothenberger@janro

Gleich mehrere neue Geräte feiern ihr Debüt, und der Marktforscher Gartner rechnet mit zwei Millionen verkauften Exemplaren der futuristischen Brillen bis Weihnachten. Zum Vergleich: Das erste iPhone verkaufte sich 2007 rund anderthalb Millionen Mal.

Noch ist unsicher, wie die Konsumenten auf die Geräte reagieren werden, ­gerade in der aktuellen Frühphase der Technologie. Erste Tests von Techjournalisten sind aber zumeist positiv und lassen frühere VR-Geräte-Flops beinahe vergessen.

Hinzu kommt: Die Computer-Hardware war noch nie so leistungsfähig, und Spielkonsolen sind längst Wohnzimmer-Mainstream. Das verschafft den Herstellern eine günstige Ausgangslage. Zudem ist die neue Gerätegeneration keine Kopfgeburt ohne Anwendungen.

Inhaltanbieter sind in den Startlöchern

Den Machern ist es schon jetzt gelungen, eine breite Riege von Inhaltanbietern an Bord zu holen. So sind die grossen ­Videospiel-Produzenten mit dabei, und Serienmacher à la HBO sowie Film­studios planen Formate für die neuen Geräte, die irgendwo zwischen Spiel und traditionellem Bewegtbild liegen.

Das neue Geschäftsfeld ist wie zu ­erwarten umkämpft. Gleich drei Tech­firmen teilen sich die Platzhirsch-Rolle. Oculus gehört Facebook und zeichnet zusammen mit Samsung auch für die Gear VR verantwortlich; die HTC Vive ist eine Koproduktion des gleichnamigen Handyherstellers und der Spieleplattform Steam; und Playstation VR kommt von Sony. Es sind High-End-Systeme, die mit leistungsfähiger Hardware virtuelle Welten erschliessen wollen. Angeschlossen an PC oder die heimische Spielkonsole machen sie VR für 3?D-Spiele und Rundumvideos nutzbar.

Ab zehn Franken

Überraschenderweise gelang es bisher keinem der Anbieter, der Konkurrenz davon zu ziehen, weder bei der Technik noch beim Startdatum. Stattdessen belauerten sich die Firmen gegenseitig und tasten sich einem Marktstart entgegen.

Voraussichtlich kommen die Geräte nun fast zeitgleich auf den Markt. Während Oculus zwischen März und Juli aus­liefern will, spricht HTC von April, und Sony dürfte später im Jahr folgen. Schweizer Preise gibt es noch für keines der Geräte, der deutsche Vorbestellpreis für Oculus’ VR-Brille liefert aber eine Richtschnur: rund 740 Euro.

Eine zweite Front haben Google und Samsungs Gear VR eröffnet, die auf das Smartphone setzen – per Halterung vors Gesicht geschnallt. Google Cardboard ist dabei die günstigere Variante: Die Preise der Kartonadapter für iPhone oder Android-Handy beginnen bei zehn Franken. Smartphone-VR ist die risikofreie Einsteigervariante für Virtual-Reality-Interessierte – und Skeptiker.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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