Geht das Blackberry nach China?

Ein kleiner Satz vom Finanzdirektor des chinesischen Computerherstellers Lenovo hat die Aktie von Research in Motion in Kanada ins Plus gehievt.

Steckt weiter in Schwierigkeiten: Kanadischer Smartphone-Hersteller RIM.

Steckt weiter in Schwierigkeiten: Kanadischer Smartphone-Hersteller RIM.

(Bild: Keystone Oliver Lang)

«Wir prüfen alle Möglichkeiten einer Einigung, mit RIM und mit vielen anderen», sagte Wong Wai Ming am Donnerstag am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos der Nachrichtenagentur Bloomberg. «Wir werden nicht zögern, sollte sich eine gute Gelegenheit bieten.» Der Kurs der RIM-Aktie in Kanada sprang über 18 Dollar und notierte zum Börsenschluss bei 17,80 Dollar - 2,8 Prozent im Plus.

Lenovo hatte vor einigen Jahren die Computersparte von IBM übernommen und stieg damit zum mittlerweile grössten PC-Lieferanten weltweit auf. Der chinesische Konzern übernahm auch Aldi-Hightech-Lieferant Medion.

Immer wieder Gerüchte

RIM steckt in Schwierigkeiten; der Smartphone-Hersteller hinkt den Marktführern Samsung und Apple weit hinterher. Daher gibt es immer wieder Gerüchte über eine Übernahme.

Ein Sprecher des kanadischen Unternehmens wiederholte am Donnerstag die Aussage von RIM-Chef Thorsten Heins, wonach das Unternehmen alle Optionen prüfe. «Es gibt mehrere Möglichkeiten, wozu der Verkauf der Hardware-Produktion ebenso gehört wie die Lizenzierung unserer Software», sagte RIM-Chef Thorsten Heins der «Welt». Es gebe aber keinen Grund für eine überstürzte Entscheidung, erklärte der deutsche Manager, der vor einem Jahr die Führung des kanadischen Herstellers übernommen hat.

Die letzte Chance

RIM will am kommenden Mittwoch seine neuen Handys mit dem Betriebssystem Blackberry 10 vorstellen. Analysten sehen die neue Plattform als letzte Chance für RIM, gegen die Konkurrenz zu bestehen. Nach den Zahlen des Marktforschers Gartner hat sich zuletzt der weltweite Blackberry-Anteil am Smartphone-Markt auf 5,3 Prozent halbiert.

AFP

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