Ein iPhone mit Android

Das HTC A9 ist das neue Vorzeigemodell der Handymacher aus Taiwan. Hierzulande hat das sonst solide Gerät aber einen entscheidenden Nachteil.

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Jan Rothenberger@janro

«Das sieht ja aus wie ein iPhone»: Wer das neue Mittelklasse-Smartphone von HTC herumzeigt, erntet meist dieselbe Reaktion. Kein Wunder, gleichen sich das A9 und das Cupertino-Smartphone aufs Haar. Wurde da kopiert? Diese Frage sorgte bereits in den vergangenen Wochen für hitzige Diskussionen – mit unklarem Sieger.

Denn das HTC One M7 hatte bereits 2013 die beiden Querstreifen auf der Rückseite, die das iPhone 6 letztes Jahr mitbrachte. Ebenso die beiden weiteren HTC-Modelle der M-Reihe, die dem A9 vorausgingen. Wer da nun wem was abgekupfert hat, ist damit nicht mehr so klar. Es wäre allerdings ein weiteres Beispiel für die Mühe von HTC, aus eigenen Ideen Profit zu schlagen.

Ein Akku für Stromsparer

Mehr als die Designgemeinsamkeiten interessierten uns im Test die Unterschiede. Das A9 ist mit 145 Millimeter Länge und 5-Zoll-Display (12,7 cm) minimal grösser als das iPhone 6 (S). Hardware-mässig ist es ähnlich bestückt mit 2 bis 3 GB Arbeitsspeicher, einem Display mit HD-Auflösung und einem Akku mit 2150 mAh. Der Akku ist für unseren Geschmack etwas zu klein dimensioniert, sparsame Nutzer kommen mit einer Ladung zwar gut durch den Tag. Bei intensiver Nutzung wird es dagegen schnell eng. Das Amoled-Display überzeugt mit guter Helligkeit und schöner Farbwiedergabe.

Das A9 wirkt insgesamt gut verarbeitet, liegt ausgezeichnet in der Hand und fühlt sich wertig an. Es hat eine 13-Megapixel-Kamera auf der Rückseite mit Zweiphasenautofokus und eine 4-MP-Frontkamera. Erstere macht solide, aber nicht überragende Bilder. In einer Doppelrolle fungiert der Homeknopf gleichzeitig auch als Fingerabdrucksensor, mit dem sich das A9 ohne Code entsperren lässt.

Nah dran am Standard-Android

Bezüglich Software läuft das Smartphone als eines der ersten ab Werk mit Android 6 Marshmallow, das einige angenehme Upgrades mit sich bringt, darunter Googles neuer Stolz «Now On Tap». HTC hat seine Sense-Oberfläche weiter entschlackt, diese kommt mittlerweile ohne überflüssigen Ballast daher und liegt nahe am Standard-Android.

Nicht ganz klar ist, warum HTC bislang hierzulande erst die abgespeckte Version des A9 in den Handel gebracht hat. Die Varianten mit 3 GB RAM und 64 und 128 GB internem Speicher fehlen. Das ist schade, weder 16 GB interner Speicher noch 2 GB Arbeitsspeicher spielen heute noch in den vorderen Rängen. Dass dafür trotzdem ein relativ hoher Preis fällig wird, verwundert. Immerhin: Dank Android 6 lässt sich der interne Speicher durch Speicherkarten ausbauen, die neu auch für die App-Nutzung taugen.

Fazit:

Insgesamt ist das A9 ein solides, gut verarbeitetes und schickes Gerät, das für seine Hardware etwas teuer geraten ist. Wer als Android-Nutzer neidisch auf iPhone-6-Besitzer schielt, hat hier allerdings die Lösung. Grösstes Manko ist neben der hierzulande fehlenden Ausstattung der Akku.

Das HTC A9 ist in der 16-GB-Variante ab ca. 579 Franken erhältlich.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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