Androidnutzer haben zu simple Sperrmuster

Eine Studie warnt, dass die Passwort-Alternativen auf Android-Smartphones oft zu einfach zu erraten sind.

Bieten vergleichsweise wenig Sicherheit: Sperrmuster in Form von Buchstaben.

Bieten vergleichsweise wenig Sicherheit: Sperrmuster in Form von Buchstaben.

(Bild: Marte Løge)

Jan Rothenberger@janro

«PASSWORT11» als Passwort? Sicherheitsexperten können in solchen Fällen nur den Kopf schütteln. Dabei ist längst bekannt: Wenn das eigene Passwort zu einfach ist, schützt es nur unzureichend vor Hackern oder Betrügern. Zeichenfolgen wie «hallo» oder «12345» sind leicht zu erraten oder durch Ausprobieren herauszufinden. Ratgeber erklären darum im Detail, was ein gutes Passwort ausmacht: Komplexität, Länge, Unvorhersehbarkeit.

Wie die norwegische Uniabsolventin Marte Løge herausgefunden hat, fehlt das Bewusstsein für solche Sicherheit nicht nur bei Passwörtern, sondern auch bei den Alternativen. Konkret bei den Mustern, die Nutzer von Android-Geräten auf dem Sperrbildschirm zeichnen, um das Telefon zu öffnen. Dieser mit Android eingeführte Mechanismus ist ein relativ junges Prinzip. Løge von der Technischen Universität Trondheim hat untersucht, wie ein solches Sperrmuster im Durchschnitt aussieht.

Buchstaben reichen nicht

Ihre Masterarbeit stellte Løge am Password-Con-Kongress in Las Vegas vor. Das Ergebnis: Die Nutzer neigen dazu, einfache geometrische Formen zu wählen, statt komplizierter, schwer zu erratender Muster. Auf einer Komplexitätsskala von 6,6 bis 46,8 kam der Durchschnittsnutzer auf lediglich 13,6. Viele Anwender wählen Muster, die Buchstaben oder anderen Zeichen entsprechen. Auch sonst waren sie vorhersehbar: Stolze 44 Prozent der untersuchten Muster fingen in der oberen linken Ecke an, gar 77 Prozent in einer der vier Ecken.

Für schwer zu erratende und damit sicherere Sperrmuster rät Løge, sich nicht nur auf die Länge eines Musters zu verlassen. Entscheidender sei es, einen Pfad mit möglichst vielen Richtungswechseln zu zeichnen. Erst diese erhöhten die Komplexität eines Musters deutlich.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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