Zum Hauptinhalt springen

Sturm auf die Villa Dotcom

Erstmals zeigen Aufnahmen, mit welchen Mitteln im Januar gegen den Megaupload-Gründer Kim Schmitz vorgegangen wurde.

Der neuseeländische Sender 3News hat ein Video veröffentlicht, auf dem zu sehen ist, wie die Razzia gegen den deutschen Unternehmer und Megaupload-Gründer Kim Schmitz alias Kim Dotcom verlaufen ist.

Dieser erklärte kürzlich, dass er während der Razzia in seinem Haus in Neuseeland von Polizisten getreten und geschlagen worden sei. Die Beamten hätten ihn auf den Boden gezwungen, einer habe auf seiner Hand gestanden, ein zweiter auf seine Rippen gekniet, er habe Stiefeltritte gespürt und einen Fausthieb in seinem Gesicht, sagte der 38-jährige gebürtige Deutsche vor Gericht aus.

«Ich brüllte vor Schmerzen», berichtete er weiter. Auf die Frage, warum auf einem späteren Polizei-Foto keinerlei Gewaltspuren zu sehen seien, sagte er, die Aufnahme sei kurz nach seiner Festnahme gemacht worden. Die Blutergüsse und blauen Flecken seien aber erst am nächsten Tag zu sehen gewesen.

Im Januar festgenommen

In dem derzeitigen Berufungsverfahren der Staatsanwaltschaft geht es darum, ob die Razzia im Haus des Megaupload-Gründers in Auckland illegal war oder nicht. Sollte das Gericht dem Urteil einer Richterin in erster Instanz folgen, wonach die Durchsuchung unangemessen war, wollen Schmitz' Anwälte durchsetzen, dass die beschlagnahmten Objekte und Computerdateien nicht als Beweise vor Gericht verwendet werden dürfen.

Kim Schmitz alias Kim Dotcom war bei der Razzia im Januar festgenommen und einen Monat später gegen Kaution auf freien Fuss gekommen. Sein 2005 gegründetes Internetportal wurde geschlossen. Megaupload bot seinen Nutzern an, Daten im Internet zu speichern und dort auch anderen zur Verfügung zu stellen.

Was die USA Schmitz vorwerfen

Dies ist nicht illegal, doch die Plattform wurde auch dazu genutzt, Raubkopien etwa von Musik, Filmen und Software zu verbreiten. Die US-Behörden werfen Schmitz Verletzung des Urheberschutzes sowie Betrug vor und fordern seine Auslieferung. Sollte er vor ein US-Gericht gestellt werden, drohen ihm bis zu 20 Jahre Haft.

Schmidt lässt sich dadurch nicht beeindrucken. In einem Twittereintrag vom 13. August wiederholte er sein Versprechen, Megaupload wieder aufzuschalten und einen neuen Musikdienst namens Megabox zu lancieren. Beide Dienste gehen laut Dotcom noch dieses Jahr online.

AFP/rek

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch