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Streit um Facebook-Gründung geht weiter

Der enorme Erfolg von Mark Zuckerberg hat seine ehemaligen Studienkollegen Cameron und Tyler Winklevoss vor Gericht getrieben. Ihr Anwalt rechnet aber offenbar nicht mit einem Sieg.

Geben sich im Facebook-Streit nicht geschlagen: Cameron Winklevoss (links) und sein Zwillingsbruder Tyler.
Geben sich im Facebook-Streit nicht geschlagen: Cameron Winklevoss (links) und sein Zwillingsbruder Tyler.
Reuters

Die Ruder-Champions Winklevoss und ihr Freund Divy Narendra hatten den jungen Zuckerberg an der Elite-Universität Harvard kennengelernt und ihn Ende 2003 mit der Weiterentwicklung ihres Programms ConnectU (Vernetze Dich) beauftragt - ein soziales Netzwerk für Harvard-Studenten. Zuckerberg habe ihre Idee geklaut und noch vor Erfüllung seines Auftrags sein eigenes soziales Netzwerk gestartet, beschwerten sich die Brüder.

So wird es auch im Film «The Social Network» geschildert. 2008 einigten sich die Zwillinge mit Zuckerberg auf die Zahlung von 65 Millionen Dollar als Entschädigung: Sie bekamen 20 Millionen Dollar in bar und Facebook-Anteile im Wert von damals 45 Millionen Dollar.

Mehr Geld, mehr Anteile?

In dem – eigentlich vertraulichen – Deal waren die Facebook-Anteile mit 36 Dollar pro Stück bewertet worden, basierend auf einem Einstieg von Microsoft bei dem sozialen Netzwerk. Damals war Facebook rund 15 Milliarden Dollar wert. Facebook selbst habe den Wert pro Anteil aber nur bei neun Dollar gesehen, dieser Wert finde sich in den Aktienoptionsprogrammen für seine Angestellten, argumentierten die Zwillinge nun. Sie hätten also mehr Geld oder mehr Anteile bekommen müssen.

Richter John Wallace zeigte sich allerdings skeptisch. Die Brüder seien damals von einem Team von Anwälten beraten worden und seien selber «ziemlich schlau». Auch ihr Vater, Absolvent der berühmten Wirtschaftsuni Wharton School, sei «sehr helle». Facebook-Anwalt Joshua Rosenkranz sagte, die ConnectU-Gründer hätten ein Abkommen geschlossen, das sie sehr reich gemacht habe «und sie jeden Tag reicher macht». Niemand habe sie gezwungen, das Abkommen zu unterschreiben.

«Gesunde Skepsis»

Die drei Richter des Berufungsgerichts sollen ihre Entscheidung in rund drei Monaten bekanntgeben. Der Anwalt der Winklevoss-Brüder, Jerome Falk, rechnet offenbar nicht mit einem Sieg: «Die Richter haben eine gesunde Portion Skepsis gezeigt», sagte er der Nachrichtenagentur AFP.

AFP/rek

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