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Ideologie schlägt Geld

Nur drei Prozent der Hackerangriffe 2011 gehen auf das Konto von Anonymous, Lulzsec und Co. Doch sie erbeuteten über die Hälfte aller gestohlenen Daten, so das Ergebnis einer Studie.

Sagt, dass alle grossen US-Firmen von chinesischen Hackern angegriffen worden sind. Terrorexperte Richard Clarke.
Sagt, dass alle grossen US-Firmen von chinesischen Hackern angegriffen worden sind. Terrorexperte Richard Clarke.
Keystone
«Hier wird etwas wirklich Spektakuläres passieren, und es wird sehr bald geschehen», warnte Clarke wenige Wochen vor den Terrorattacken auf New York am 11. September 2001.
«Hier wird etwas wirklich Spektakuläres passieren, und es wird sehr bald geschehen», warnte Clarke wenige Wochen vor den Terrorattacken auf New York am 11. September 2001.
AFP
Nichts ging mehr auf der Postfinance-Website am 7. Dezember 2010. Sympathisanten des Wikileaks-Gründers Julian Assange hatten die Site angegriffen, nachdem Postfinance ein Konto, über welches Spenden für die Enthüllungsplattform liefen, geschlossen hatte. 1,2 Millionen Kunden konnten nicht mehr auf ihre Konten zugreifen.
Nichts ging mehr auf der Postfinance-Website am 7. Dezember 2010. Sympathisanten des Wikileaks-Gründers Julian Assange hatten die Site angegriffen, nachdem Postfinance ein Konto, über welches Spenden für die Enthüllungsplattform liefen, geschlossen hatte. 1,2 Millionen Kunden konnten nicht mehr auf ihre Konten zugreifen.
Keystone
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Laut dem vergangene Woche publizierten Jahresbericht «2012 Data Breach Investigations Report» des amerikanischen Providers Verizon geht über die Hälfte der im vergangenen Jahr online gestohlenen Daten auf das Konto von politisch motivierten Tätern. Das heisst, ihre Motivation ist nicht wirtschaftlich, sondern ideologisch/sozial bedingt. Darunter fällt zum Beispiel der Hackerangriff auf das amerikanische Sicherheitsunternehmen Stratfor im Dezember 2011, dank dem die Gruppe Anonymous tausende Kreditkartendaten, Passwörter und E-Mail-Adressen stehlen konnte.

Laut der in Zusammenarbeit mit Behörden diverser Länder erstellten Untersuchung gingen zwar nur drei Prozent der im vergangenen Jahr untersuchten Cyberangriffe auf das Konto von politisch motivierten Tätern. Diese richteten ihre Aktionen aber primär auf Grosskonzerne; der Schaden war dementsprechend gross: Über 100 Millionen von insgesamt 174 Millionen Daten wurden von den sogenannten Hacktivisten gestohlen.

Einfachste Sicherheitsregeln nicht befolgt

Die Verfasser des Reports sind der Ansicht, dass die angegriffenen Behörden und Unternehmen sich mit relativ einfachen Schutzmassnahmen hätten schützen können. So seien ihren Erkenntnissen zufolge 96 Prozent aller Datendiebstähle mit unkomplizierten Angriffstechniken erfolgt. Diese hätten mit Softwareupdates oder richtigen Passwörtern grösstenteils abgewehrt werden können.

Marc Henauer von der Schweizer Melde- und Analysestelle Informationssicherung (Melani) ist von den Ergebnissen nicht überrascht: Sie würden sich in etwa mit den Ergebnissen des letzten Melani-Halbjahresberichtes decken.

Spionageangriffe gehören zur Tagesordnung

Henauer sieht Anonymous – für ihn ein loses Label von Hacktivisten – im Aufwind. Spionageangriffe gehörten zur Tagesordnung. In der Melani-Studie werden etwa erwähnt: Infizierung des französischen Finanzministeriums mit Spionagesoftware (Dezember 2010), Infizierung des kanadischen Treasury Board und Finance Department (Januar 2011) sowie Hackerangriffe auf die EU-Kommission und den Internationalen Währungsfonds (März respektive Juni 2011).

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