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Hayek nimmt es mit dem Silicon Valley auf

Die Swatch Group hat einen Chip entwickelt, der weltweit Massstäbe setzt. Der Uhrenkonzern aus Biel kommt so seinem Ziel näher, mit einem neuen ­Betriebssystem für Internetuhren der Konkurrenz aus dem Silicon Valley Paroli zu bieten.

Mit einer Uhrmacherlupe kann Nick Hayek den neuen Bluetooth-Chip auf dem Finger besser erkennen.
Mit einer Uhrmacherlupe kann Nick Hayek den neuen Bluetooth-Chip auf dem Finger besser erkennen.
zvg

Swatch-Group-Chef Nick Hayek hat einen Chip auf seinen rechten Zeigefinger gelegt. So lassen sich die Dimensionen besser erahnen: Das Teilchen hat eine Fläche von fünf Quadratmillimetern. Darauf befinden sich mehr als fünf Millionen Transistoren. Es ist ein Bluetooth-Chip, der drahtlose Verbindungen zwischen elek­tronischen Geräten ermöglicht. Beispielsweise zwischen einem Smartphone und einer Uhr.

Die neueste Erfindung aus dem Hause Swatch Group setzt weltweit Bestmarken: Das jedenfalls behauptet der weltweit grösste Uhrenkonzern in Biel mit Marken wie Swatch, Omega und Tissot. Nicht nur handle es sich um den kleinsten Bluetooth-Chip auf dem Markt überhaupt.

Niedrigster Energieverbrauch

Gegenüber der Konkurrenz weise das Bauteil auch den niedrigsten Energieverbrauch auf. Hayek hatte sich immer wieder über die kurzen Batterielaufzeiten von Konkurrenzprodukten wie der Apple Watch lustig gemacht. Schliesslich zeichne sich der Chip durch eine «extrem schnelle Aufstartzeit» aus.

Mit der Ankündigung des neuen elektronischen Bauteils am Freitag wird die Strategie der Swatch Group bei den vernetzten Uhren sichtbarer. Die Gruppe ist in diesem jungen Produkt­segment unter Druck von branchenfremden Konkurrenten wie Apple geraten.

Im vergangenen Monat liess Hayek in der NZZ durchblicken, dass sein Unternehmen auf «erweiterte Schweizer ­Uhren» setze. Den gebräuch­lichen Begriff Smartwatches respektive schlaue Uhren vermeidet er bewusst. Unter «Augmented Swiss Watches» stellt sich Hayek etwa Zeitmesser vor, die Körperfunktionen umfassend messen oder als Navigationsinstrument dienen können.

Dazu tüftelt die Swatch Group an einem neuartigen Betriebssystem, das speziell auf vernetzte Kleingeräte zugeschnitten ist. Es ist selbstredend vor allem für Internetuhren gedacht, soll aber auch beim sogenannten Internet der Dinge eine Rolle spielen. Dieses Parallelnetz zum Internet verbindet Apparate untereinander. Es gilt als Grundlage für neue Geschäftsmodelle und Dienstleistungen.

Der neue Bluetooth-Chip ist als Teil dieses Betriebssystems zu ­sehen. Erste Produkte sollen im kommenden Jahr auf den Markt kommen. Die Swatch Group hat vor, die Technologie Dritten zur Verfügung zu stellen.

Der neue Bluetooth-Chip ist komplett in der Schweiz entstanden. Er ist das Resultat einer Zusammenarbeit zwischen EM Microelectronic, der Entwicklungsabteilung der Swatch Group und dem Centre Suisse d’Electro­nique et de Microtechnique (CSEM). EM Microelectronic mit Sitz in Marin-Epagnier NE ist eine Tochtergesellschaft des ­Uhrenkonzerns und auf Mikrochips spezialisiert. Am gemeinnützigen CSEM in Neuenburg hält die Swatch Group einen Minderheitsanteil.

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