Hacker legen Netzwerke von Playstation und Xbox lahm

Ausgerechnet an Weihnachten waren die Netzwerke von Playstation und Xbox nicht zu erreichen. Die Lizard Squad hat sich zur Attacke bekannt.

Spieler an einer Messe in Frankreich. (29. Oktober 2014)

Spieler an einer Messe in Frankreich. (29. Oktober 2014)

(Bild: AFP)

Eine mutmassliche Hackergruppe hat den Zugang zu den Spielekonsolen Playstation von Sony sowie Xbox von Microsoft in den USA lahmgelegt. Beide Konzerne räumten den Teilausfall der Server am ersten und zweiten Weihnachtstag ein und erklärten, alles dafür zu tun, um den Service wieder herzustellen. Zu dem Angriff bekannte sich eine Hackergruppe namens Lizard Squad. Der Angriff kommt angesichts der Weihnachtstage, an denen vermutlich viele Menschen ihre neuen Spielekonsolen ausprobieren wollen, denkbar ungünstig. Sony kämpft derzeit ausserdem noch mit den Auswirkungen einer Hackerattacke wegen der umstrittenen Nordkorea-Satire «The Interview».

Die beiden Server wurden Opfer sogenannter DDoS-Attacken: Dabei werden riesige Datenmengen verschickt, die die Zugänge zu den Servern verstopfen. Über Twitter bekannte sich ein Nutzer namens Lizard Squad zu dem Angriff. Sony war schon in der Vergangenheit Zielscheibe einer Hackergruppe mit diesem Pseudonym - ob es sich um dieselbe Gruppe handelte, liess sich zunächst nicht überprüfen: Das Twitter-Konto gibt es erst seit Mittwoch, Nachfragen blieben unbeantwortet.

Zusammenhang zu «The Interview» unklar

Sony war wegen «The Interview» unlängst Opfer eines Hackerangriffs geworden, für den die US-Regierung Nordkorea verantwortlich machte. Der Konzern sagte zunächst die für Weihnachten geplante Kinopremiere ab, entschied sich nach scharfer Kritik dann aber, den Film doch zu veröffentlichen - in hunderten Kinos sowie gegen Gebühr auf verschiedenen Internetplattformen, darunter auch Xbox und Playstation.

Offen blieb zunächst, ob es zwischen den beiden Angriffen einen Zusammenhang gibt. Experten vermuten, hinter der jüngsten Attacke könnten auch Jugendliche auf der Suche nach «persönlichem Ruhm» stecken. Der Spezialist für Computersicherheit Pierre Samson wies darauf hin, dass DDoS-Programme auf dem Schwarzmarkt billig zu haben seien.

Erstaunt zeigten sich die Experten, dass der Angriff derartige Konsequenzen hatte. «Es ist seltsam, dass die grossen Konzerne, die derartige Attacken gewöhnt sind, nichts zu ihrem Schutz unternehmen», sagte der Chef des auf Computersicherheit spezialisierten Unternehmens Sifaris, Jean-François Beuze. Er vermutet, dass Sony und Microsoft möglicherweise bewusst auf den Medienrummel setzen, «damit diese Art von Attacken auf ihre Autoren zurückfallen». Tatsächliche sorgte der Ausfall der Konsolen für einige böse Kommentare frustrierter Spieler.

sda

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