Google schnappt Facebook den Kartendienst Waze weg

Der Bieterwettstreit um die Verkehrs-App Waze ist vorbei: Google kauft das Unternehmen für über eine Milliarde Dollar. In Kartendiensten sehen die IT-Konzerne einen grossen Zukunftsmarkt.

Als Smartphone-App im Auto dabei: Verkehrs-App Waze.

Als Smartphone-App im Auto dabei: Verkehrs-App Waze.

(Bild: Keystone)

Google rüstet seinen Kartendienst mit dem Kauf der innovativen Navigations-App Waze auf. Der Internetkonzern bestätigte am Dienstag die Übernahme des in Israel gegründeten Start-ups, mit dem sich Nutzer gegenseitig über die Verkehrslage informieren. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Nach jüngsten Informationen der Finanznachrichtenagentur Bloomberg zahlt Google 1,1 Milliarden Dollar.

Google kann damit seinen Kartendienst um eine soziale Komponente erweitern – und sorgt zugleich dafür, dass Konkurrent Facebook Waze nicht bekommt. Ursprünglich galt Facebook als wahrscheinlicher Käufer, der bis zu eine Milliarde Dollar bezahlen wollte. Doch das weltgrösste Onlinenetzwerk soll Ende Mai aus den Verhandlungen ausgestiegen sein.

Onlinenetzwerk für Autofahrer

Das besondere an Waze ist, dass Routenpläne auch auf Basis von Informationen der Nutzer und deren Fortbewegung erstellt werden. Der Dienst funktioniert zugleich wie eine Art Onlinenetzwerk für Autofahrer. Sie informieren sich untereinander über Staus, Unfälle oder Radarfallen.

Das Start-up hat nach aktuellen Informationen rund 45 Millionen Nutzer. Die App ist kostenlos. Geld kommt durch Werbung und den Verkauf von Kartendaten rein. Die Kartendienste von Google sollen nun mit Funktionen von Waze ergänzt werden, hiess es. Im Gegenzug werde Waze mit einer Suchfunktion von Google verbessert.

sda

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