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«Dr. Kimble» in weiteren Punkten angeklagt

Die US-Behörden haben in mehreren weiteren Punkten Anklage gegen Megaupload-Gründer Kim Schmitz und weitere Verantwortliche des inzwischen geschlossenen Online-Speicherdienstes erhoben.

Die US-Behörden haben die Website des Internetdienstes Megaupload geschlossen, die Verantwortlichen wurden verhaftet: Bram van der Kolk, Finn Batato, Mathias Ortmann und Kim Schmitz (von links).Der Deutsche Finn Batato und der Niederländer Bram van der Kolk wurden inzwischen gegen Zahlung einer Kaution aus der Haft entlassen.Im Fall des deutsch-finnischen Gründers der Internetplattform, Kim Schmitz, hatte das Gericht hingegen am Mittwoch eine Freilassung gegen Kaution abgelehnt. Der Richter hatte den Entscheid mit der hohen Fluchtgefahr begründet.
Die US-Behörden haben die Website des Internetdienstes Megaupload geschlossen, die Verantwortlichen wurden verhaftet: Bram van der Kolk, Finn Batato, Mathias Ortmann und Kim Schmitz (von links).Der Deutsche Finn Batato und der Niederländer Bram van der Kolk wurden inzwischen gegen Zahlung einer Kaution aus der Haft entlassen.Im Fall des deutsch-finnischen Gründers der Internetplattform, Kim Schmitz, hatte das Gericht hingegen am Mittwoch eine Freilassung gegen Kaution abgelehnt. Der Richter hatte den Entscheid mit der hohen Fluchtgefahr begründet.
Keystone
Die US-Behörden machten den von ihm gegründeten Online-Speicherdienst Megaupload.com wegen Internetpiraterie dicht, Schmitz selbst wurde in Neuseeland festgenommen. Als die Polizei auf seinem Luxusanwesen namens Villa Dotcom (Bild) in der Nähe Aucklands auftauchte, versuchte der einstige Hacker, der sich auch Kim Dotcom und Kim Tim Jim Vestor nennt, in einen speziell gesicherten Raum zu flüchten.Schmitz habe zunächst «eine Reihe elektronischer Schliesssysteme betätigt», berichtete der leitende Polizeibeamte Grant Wormald nach der Razzia. Als die Polizei diese «neutralisierte», versuchte er sich in dem Raum zu «verbarrikadieren».
Die US-Behörden machten den von ihm gegründeten Online-Speicherdienst Megaupload.com wegen Internetpiraterie dicht, Schmitz selbst wurde in Neuseeland festgenommen. Als die Polizei auf seinem Luxusanwesen namens Villa Dotcom (Bild) in der Nähe Aucklands auftauchte, versuchte der einstige Hacker, der sich auch Kim Dotcom und Kim Tim Jim Vestor nennt, in einen speziell gesicherten Raum zu flüchten.Schmitz habe zunächst «eine Reihe elektronischer Schliesssysteme betätigt», berichtete der leitende Polizeibeamte Grant Wormald nach der Razzia. Als die Polizei diese «neutralisierte», versuchte er sich in dem Raum zu «verbarrikadieren».
Keystone
Verurteilt wurde er zu 20 Monaten Gefängnis auf Bewährung und zu einer Geldstrafe von 100'000 Euro.
Verurteilt wurde er zu 20 Monaten Gefängnis auf Bewährung und zu einer Geldstrafe von 100'000 Euro.
Keystone
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Die neuen Vorwürfe wegen Verletzung des Urheberschutzes und Betrugs seien der bereits seit Januar vorliegenden Anklageschrift hinzugefügt worden, erklärte das US-Justizministerium am Freitag (Ortszeit). Aus dieser geht demnach hervor, dass Megaupload sich massiver Internetpiraterie schuldig gemacht hat, indem es das Herunterladen von urheberrechtsgeschützten Werken ermöglichte.

90 Prozent haben nur heruntergeladen

Laut US-Justizministerium hatte Megaupload 66,6 Millionen registrierte Nutzer, nicht 180 Millionen wie von dem Unternehmen behauptet. Von diesen Nutzern hätten lediglich 5,86 Millionen jemals Daten auf Megaupload.com oder Megavideo.com hochgeladen. Mehr als 90 Prozent der Nutzer hätten die Websites dagegen ausschliesslich zum Herunterladen von Filmen, Musik und Software genutzt.

Die Anklage wirft dem Internetdienst auch vor, keinerlei Massnahmen gegen einen Nutzer ergriffen zu haben, der über sechs Jahre hinweg immer wieder massiv gegen den Urheberschutz verstossen habe. Dieser habe 16'950 Datensätze auf den Websites des Unternehmens hochgeladen, darunter Kopien urheberrechtsgeschützter Hollywood-Blockbuster. Diese seien in der Folge von anderen Nutzern mehr als 34 Millionen Mal abgerufen worden.

Vor einem Monat festgenommen

Der deutsche Megaupload-Gründer Schmitz war vor einem Monat in Neuseeland festgenommen worden. Die US-Behörden fordern seine Auslieferung. Sie werfen Schmitz vor, allein im Jahr 2010 durch seine Internetaktivitäten 42 Millionen Dollar verdient zu haben.

Megaupload bot seinen Nutzern an, Daten im Internet zu speichern und dort auch anderen zur Verfügung zu stellen. Dies ist an sich nicht illegal. Allerdings wurde die Plattform auch dazu genutzt, Raubkopien etwa von Musik, Filmen und Software zu verbreiten.

AFP/rek

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