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Die Woche der Hacker

Sowohl das Weisse Haus als auch Seiten von schwedischen Behörden und Institutionen wurden in den vergangenen Tagen von Cyberkriminellen angegriffen. Anonymous bestreitet jede Verantwortung.

Muss sich gegen «Spear Phishing»-Angriffe wappnen: US-Präsident Barack Obama.
Muss sich gegen «Spear Phishing»-Angriffe wappnen: US-Präsident Barack Obama.
Keystone

Das Weisse Haus ist nach eigenen Angaben diese Woche Ziel eines Hackerangriffs geworfen. Der Cyberattacke sei jedoch rechtzeitig erkannt und vereitelt worden, sagte ein Vertreter des Weissen Hauses . Hacker hätten versucht, in ein Netzwerk einzudringen, das nicht der Geheimhaltung unterliege. Es gebe jedoch keine Anzeichen, dass Daten gestohlen worden seien.

Sogenannte «Spear Phishing»-Angriffe, bei denen gezielt versucht wird, persönliche Daten von Internetnutzern zu klauen, seien «nicht selten», sagte der Regierungsmitarbeiter weiter.

Google beschuldigt chinesische Datendiebe

Im vergangenen Jahr hat der Google-Konzern chinesische Datendiebe beschuldigt, in die Konten mehrerer hundert Nutzer des Internetportals Gmail eingedrungen zu sein. Auch die Daten von Angehörigen der Regierung und des US-Militärs waren damals von dem Angriff betroffen.

In den letzten Tagen wurden auch mehrere Internetseiten schwedischer Behörden und Institutionen von einem Hackerangriff lahmgelegt. Am Freitag waren unter anderem die Webseiten der Zentralbank, des Geheimdienstes, des Parlaments und verschiedener Gerichte nicht aufrufbar. Am Vorabend war die Attacke per Internetvideo angekündigt worden, angeblich von der Hackergruppe Anonymous. Diese unterstützt den Wikileaks-Gründer Julian Assange, der in der ecuadorianischen Botschaft in London Zuflucht vor einer Auslieferung an die schwedischen Behörden gesucht hat.

«Schwachsinn»

Anonymous bestritt in einer Stellungnahme über den Kurznachrichtendienst Twitter jede Verantwortung und bezeichnete die Attacke als «Schwachsinn». Die Hacker mutmassten, dass es sich in Schweden um die Folgen einer Simulation von Cyberattacken der EU handelt. Tatsächlich spielten Unternehmen und öffentliche Stellen im Rahmen der Übung Cyber Europe 2012 am Donnerstag so genannte DDoS-Attacken durch, bei denen Server durch massenhafte, gleichzeitige Anfragen lahmgelegt werden.

Auf der Internetseite der schwedischen Tageszeitung «Aftonbladet» bekannte sich eine 18-jährige Person zu dem Video, das am Donnerstagabend vor der Attacke gewarnt hatte. Die gegenwärtige Angriffswelle werde «die schlimmste Aktion», die Anonymous bisher gemacht habe, sagte die Person laut «Aftonbladet». Bereits Anfang September hatte eine Unterstützergruppe von Assange schwedische Internetseiten lahmgelegt.

afp/dapd/rek

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