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«Der Download ist legitimiert»

Nicht erhältliche kostenpflichtige Inhalte sind für manche Leser ein Grund für Downloads. Andere betrachten dies in jedem Fall als Diebstahl am Künstler. Was Leser von Filesharing-Portalen halten.

Streit um Download-Moral: Server mit Netzwerkkabeln.
Streit um Download-Moral: Server mit Netzwerkkabeln.

Nach dem Ende von Megaupload.com ist die Filesharing-Debatte lanciert. Der Artikel von Redaktion Tamedia über die Rechtslage in der Schweiz hat viele Leserkommentare ausgelöst. Eine Auswahl.

Alain Burky hat «überhaupt kein schlechtes Gewissen, ab und zu Musik ab Internet downzuloaden». Es sei ja rein für den privaten Gebrauch. In der Vergangenheit hat er schon «Tausende Franken» für CDs und Konzerte ausgegeben. Peter Kniebel ist der Meinung, dass jeder Künstler, der gute Musik macht, auch weiterhin Geld verdienen werde.

«Leistung wird mit der Arbeit bezahlt»

Offenbar würde der eine oder andere Konsument gerne online Geld ausgeben, aber als Konsument habe man einfach nicht die freie Wahl: «Kürzlich wollte ich einen MP3-Song kaufen und erhielt die Meldung ‹This download is not available in your country›. Was soll das? Wir wollen frei einkaufen», schreibt Hans Meier. Die Musik- und Filmindustrie müsse endlich aufwachen. Chris Schmid pflichtet ihm bei: «Viele Leute werden gezwungen, Inhalte herunterzuladen, weil man sie bei uns legal nicht bekommt.»

Peter Müller wagt den Vergleich mit der Steckdose: «Wenn ich diese installiere, kann ich auch nicht jedes Mal Geld verlangen, wenn etwas eingesteckt wird. Die Leistung wird mit der Arbeit bezahlt. Bei Live-Auftritten von Musikern und so bezahle ich auch jedes Mal einen angemessenen Beitrag für die Arbeit.»

Streit um Pauschalabgabe auf Tonträger

«Keine Ausreden» lässt Roman Fenner gelten, wenn es um den kostenlosen Download von urheberrechtlich geschütztem Material geht. «Ich möchte wie alle für meine Arbeit bezahlt werden. Piraterie ist Diebstahl und unmoralisch obendrein, weil jemand für seine ehrliche Arbeit um seinen Lohn geprellt wird.» Ein Musiker komponiere einen Song und investiere Geld in sein Projekt, und selbst der legale Upload auf iTunes koste ihn etwas. Deshalb findet es auch Reto Burell nicht in Ordnung, dass Konsumenten das Werk irgendwo gratis herunterladen.

Leser Hans Meier hält dagegen, dass der Download sehr wohl vergütet werde – «durch die Pauschalabgabe auf Leermedien (CVD, CD), Harddisks und vieles andere mehr.» Der Download sei deshalb legitimiert.

Walter Boshalter nervt sich darüber, was er beim Abspielen einer gekauften Blu-Ray erlebt. «Zuerst werde ich zehn Minuten mit dem Hinweis belästigt, dass ich höchstwahrscheinlich ein Krimineller bin. Danach vergehen weitere 20 Minuten mit unerwünschter Werbung – und dann mache der Blu-Ray-Player erst mal ein Online-Update. Und jetzt wundern sich die Urheberrechtsverwerter, weshalb ich den Film dann grundsätzlich als digitale Privatkopie von Rapidshare hole.»

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