Musik aus der Wolke: So fliegen Sie mit

Apple steigt mit iTunes Radio ins Musikstreaming-Geschäft ein. Das Prinzip dieser Dienste: Sound à la carte aus dem Internet, ohne die Lieder zu kaufen. Ein Überblick der Angebote – und worauf Nutzer achten sollten.

Die Musik überall aus der Cloud abspielen: Musikstreaming-Dienste.

Die Musik überall aus der Cloud abspielen: Musikstreaming-Dienste.

(Bild: AFP)

Spotify, Pandora, Ampya oder nun iTunes Radio: Die Zahl der Musikstreaming-Dienste wächst schnell. Doch wie funktionieren diese Angebote? Kann man Songs auch offline hören? Wir liefern die Antworten zu den wichtigsten Fragen.

Was genau sind Musik-Streamingdienste? Bei Streamingdiensten laden Nutzer nicht mehr einzelne Lieder oder Alben aus dem Internet auf ihren Computer. Stattdessen können sie alles hören, was sie wollen – soweit beim jeweiligen Streamingdienst im Angebot. Notwendig ist dafür eine Internetverbindung, denn die Musik wird direkt von dort übertragen, ohne dass der Nutzer die Musikdateien speichert. Auf dem Computer laufen die Dienste entweder direkt im Browser oder über ein gesondertes kostenloses Programm. Für Smartphones und Tablets gibt es meist Apps.

Kann ich Musik dann gar nicht mehr offline hören? Doch. Es gibt meist eine zusätzliche Option dafür mit Extrakosten. Die Nutzer können sich damit Musik auf ihre Geräte herunterladen. Praktisch ist das vor allem für Smartphones unterwegs – denn die haben zwar eine Internetverbindung, das Musikstreaming verursacht aber einen hohen Datenverkehr, sodass Inklusivpakete schnell aufgebraucht sein können. Im Normalfall ist das Offlinespeichern aber begrenzt, zum Beispiel auf eine begrenzte Anzahl von Alben oder Titeln.

Was sind die Unterschiede zwischen den Anbietern? Grob zu unterscheiden sind zwei Modelle: Bei kostenlosen Internetradios kann man seinen Musikgeschmack angeben, die Dienste spielen dann Lieder, die ihrer Ansicht nach dazu passen. Die Möglichkeit, konkrete Künstler und Lieder zu wählen, ist sehr eingeschränkt. Nutzer können aber angeben, ob ihnen die Musik gefällt oder nicht, um die automatische Auswahl zu verbessern. Meist sind diese Angebote kostenlos. Beim anderen Modell können Nutzer die Musik tatsächlich in den umfangreichen Musikkatalogen genau auswählen. Auch diese Dienste bieten aber meist an, passende Musik vorzuschlagen.

Wie gross ist die Musikauswahl? Das kommt auf den Anbieter an. Nutzer sollten darauf achten, dass die Dienste zumindest mit allen grossen Plattenstudios – Universal Music Group, Warner Music Group und Sony Music Entertainment – einen Vertrag haben. Trotzdem kann es schwer sein, beispielsweise ältere Musik oder unbekanntere Künstler zu finden.

Wie viel kostet Musikstreaming? Oft gibt es eine kostenlose Basisversion mit eingeschränkten Funktionen. Da sind dann beispielsweise die Auswahlmöglichkeiten eingeschränkt, oder die Musik lässt sich nicht zum Offlinehören auf einem Gerät speichern. Häufig sind die kostenlosen Dienste auch mit Werbung verbunden, die zwischen den Liedern eingeblendet wird. Umfassende Dienste kosten meist fünf bis zehn Euro pro Monat – bieten dafür aber unbegrenzt Musik und teils auch die Offlinenutzung an.

Was sind die Nachteile von Musikstreaming? Mit den Streamingabos kaufen die Nutzer die Musik nicht, sie erhalten nur eine Nutzungslizenz. Zugang zur Musik haben Verbraucher deshalb nur, solange sie Kunde eines Dienstes sind. Ist das Abo gekündigt, sind auch die heruntergeladenen Lieder weg. Wem ein Lied oder ein Album besonders gut gefällt, der muss es sich also weiterhin kaufen.

Gibt es auch Musikvideos im Internet? Ja, und die Zahl der Video-Streamingangebote steigt. Immer mehr Anbieter setzen darauf, ihren Nutzern nicht nur Musik, sondern auch die Videos dazu zu zeigen – so auch der neue deutsche Dienst Ampya. Ansonsten funktionieren die Dienste genauso wie reine Musikstreaming-Dienste.

AFP

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