Kein Puff mehr in der WG

Putzplan, Budgetübersicht, Einkaufsliste: Der 25-jährige ETH-Student Malik El Bay hat mit Kollegen eine App für Wohngemeinschaften entwickelt.

  • loading indicator
Rafael Zeier@RafaelZeier

Was war die Inspiration zu Flatastic?
Die Idee ist mit Kumpels auf der Dachterrasse meiner WG in Berlin geboren. Ein Kollege meinte, es müsste doch ein Tool geben, das einem hilft, die WG zu organisieren. Zwei Monate später, im Nachtzug von Berlin nach Zürich, habe ich dann länger über dieses Tool nachgedacht und den Entschluss gefasst, es in Angriff zu nehmen. Glücklicherweise lernte ich durch einen Zufall Clemens und Moritz kennen, die an einem ähnlichen Projekt schon dran waren. Kurzerhand entschlossen wir uns, gemeinsam weiterzumachen, und nur ein paar Monate später stand der erste webbasierte Prototyp.

Eure App ist gratis. Wie finanziert ihr euch?
Wir haben alle Nebenjobs. Clemens und Moritz betreuen einen Onlineshop. Ich arbeite als Hilfsassi an der ETH. Längerfristig sehen wir einige Möglichkeiten, mit Flatastic Geld zu verdienen. Zum Beispiel ein WG-Kalender von einem Supermarkt, der jede Woche passende Aktionen anzeigt. Auch denkbar wäre es, Zimmer per App unterzuvermieten oder die Kommunikation mit dem Vermieter – etwa für Reparaturmeldungen– zu integrieren.

Die Daten der Nutzer werden nicht verkauft?
Nein. Die Daten der User sind und bleiben privat. Die meisten Businessmodelle, die wir uns momentan überlegen, bieten dem Nutzer weitere Funktionen.

Für gewöhnlich erscheinen neue Apps erst für Apples iOS. Eure erschien zuerst für Googles Android. Warum?
Flatastic ist ein Gruppentool. Sobald eine Person nicht mitmachen kann, funktioniert das Tool nicht. Deshalb haben wir uns früh dafür entschieden, es für mehrere Plattformen zu entwickeln. Deshalb gibt es auch eine Webversion für Mitbewohner ohne Smartphone.

Aber weshalb Android zuerst?
Google Play hat keine Richtlinie, was das Veröffentlichen von Apps angeht. Deshalb konnten wir die Android-App zwei Wochen vorher in den Store laden. Für die Apple-Version mussten wir noch einige Kleinigkeiten anpassen und hatten auch Schwierigkeiten mit dem iPhone 5S, da dieses neu mit einem 64-bit-Prozessor unterwegs ist.

Nun, da die App erhältlich ist, was für Weiterentwicklungen sind angedacht?
Einerseits wollen wir in den nächsten Wochen in Deutschland und in Österreich die App veröffentlichen, andererseits ist Business Development angesagt. Das Preisgeld (30'000 Franken von einem Start-up-Wettbewerb. Anm. d. R.) haben wir für die Produktentwicklung und für das Design und das Video verwendet. Um weiter seriös an Flatastic arbeiten zu können, müssen wir unbedingt eine Einnahmequelle finden. Zudem setzen wir gerade ein sehr spannendes Promo-Projekt fürs Herbstsemester auf. Dazu darf ich aber noch nichts verraten.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt