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«Wir waren ziemlich schamlos beim Stehlen grosser Ideen»

Steve Jobs machte aus einer Garagenfirma ein Weltunternehmen. Der Tüftler, der als CEO von Apple zurückgetreten ist, brachte ein Sensationsprodukt nach dem anderen auf den Markt. Oft waren es nicht eigene Erfindungen.

Ist am 24. August 2011 zurückgetreten: Steve Jobs.
Ist am 24. August 2011 zurückgetreten: Steve Jobs.
Keystone
2004 musste er sich wegen Krebs behandeln lassen, 2009 bekam er eine neue Leber. Im Januar 2011 bekam er erneut gesundheitliche Probleme und musste kürzertreten.
2004 musste er sich wegen Krebs behandeln lassen, 2009 bekam er eine neue Leber. Im Januar 2011 bekam er erneut gesundheitliche Probleme und musste kürzertreten.
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Jobs erinnerte bei seinen Auftritten gerne an die frühen Tage, als er und seine Kollegen in einer Garage an den ersten Apple-Computer werkelten. Hier bei der iPad-Präsentation am 27. Januar 2010.
Jobs erinnerte bei seinen Auftritten gerne an die frühen Tage, als er und seine Kollegen in einer Garage an den ersten Apple-Computer werkelten. Hier bei der iPad-Präsentation am 27. Januar 2010.
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Steve Jobs hat die Computer verwandelt. Aus einem Utensil weltfremder Stubenhocker wurde dank seiner Hilfe ein unverzichtbarer Bestandteil des modernen Lebens. Jobs schuf immer schlankere Geräte, kultivierte ein minimalistisches Design und brachte ein Sensationsprodukt nach dem anderen auf den Markt, auch wenn die Wirtschaft und seine Gesundheit kriselten. Aus Apple machte er das wertvollste Technologieunternehmen der Welt.

Jobs wurde am 24. Februar 1955 geboren und wuchs in Kalifornien auf. Sein Studium in Portland brach er nach nur einem Semester ab. «Ich hatte keine Idee, was ich mit meinem Leben anfangen wollte und keine Idee, wie mir die Universität hätte helfen können, das herauszufinden», sagte er später.

Apple I – ein Computer ohne Gehäuse

Jobs kehrte nach Kalifornien zurück und erkannte in einem Computerclub das Potenzial der Rechenmaschinen. In der Garage seiner Eltern schraubten er und sein Schulfreund Steve Wozniak ihre erste Kreation zusammen: den Apple I – einen Computer ohne Gehäuse, Tastatur und Monitor. Im Jahr darauf folgte ihr erstes Massenprodukt, und mit gerade mal 25 Jahren war Jobs 100 Millionen Dollar wert.

Jobs erkannte das Potenzial in den Konzepten anderer Firmen und verbesserte es. Er hat mit Apple weder den Computer erfunden noch Abspielgeräte oder Smartphones. Aber Apple schuf daraus Geräte für Menschen, die keine Lust haben, ihre Computer selbst zu programmieren oder technischen Zirkus zu veranstalten, um ihre Geräte am Laufen zu halten. «Wir waren ziemlich schamlos beim Stehlen grosser Ideen», sagte er später.

Apple-Jünger hingen an seinen Lippen

1985 wurde Jobs bei Apple aus der Firma gedrängt. Er fühlte sich am Boden zerstört. Doch als Neuanfänger ohne Erfolgsdruck entwickelte er neue Kreativität. 1997, als Apple in Schwierigkeiten steckte, kehrte Jobs zurück. Ein Jahr später brachte Apple den iMac mit buntem Plastikgehäuse auf den Markt, zwei Jahre später den iPod, mit dem seine Nutzer 1000 Songs in die Tasche stecken und abspielen konnten. 2007 erfand Apple mit dem iPhone das mobile Telefonieren neu, und drei Jahre später kam das iPad.

Wenn Jobs seine Neuheiten vorstellte, fast immer in ausgewaschenen Jeans und schwarzem Rollkragenpullover, hingen Millionen Apple-Jünger an seinen Lippen. Investoren verfolgten seine Auftritte aber auch, um zu sehen, wie es um Jobs' Gesundheit bestellt war. 2004 gab Jobs bekannt, dass er von Bauchspeicheldrüsenkrebs kuriert worden war.

2009 sah er sich gezwungen, eine sechsmonatige Auszeit zu nehmen, während der ihm eine neue Leber eingepflanzt wurde. Anfang dieses Jahres musste er zum dritten Mal pausieren. Im März stellte er zwar noch die zweite Generation des iPad vor, doch im August gab er den Posten des Vorstandsvorsitzenden auf. Jobs wechselt in den Aufsichtsrat.

dapd/miw

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