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«Tyrannische Kontrolle» – neue Vorwürfe an Apple

Der Computerriese verschärft die Lizenzbedingungen für App-Hersteller. Die IT-Firma Adobe reagiert mehr als gereizt. Aus gutem Grund: Die Zukunft ihrer wichtigsten Software Flash sieht düster aus.

Muss sich gegenüber Entwicklern erklären: Apple-Chef Steve Jobs.
Muss sich gegenüber Entwicklern erklären: Apple-Chef Steve Jobs.
Keystone

Es ist keine offizielle Stellungnahme von Adobe und trotzdem haben es die Zeilen in sich: In einem Blogeintrag wirft Adobe-Manager Lee Brimelow Apple vor, die «tyrannische Kontrolle über die Entwickler» anzustreben. Im Beitrag mit dem Titel «Apple schlägt Entwicklern ins Gesicht» kritisiert Brimelow, Steve Jobs würde Softwareprogrammierer für einen Feldzug gegen Adobe missbrauchen. Er, Brimelow, glaube ausserdem, dass viele Apple-Mitarbeiter die Strategie von Jobs nicht nachvollziehen könnten, der Apple-Mitgründer habe diesen aber einen Maulkorb verpasst.

Der Auslöser

Worum geht es? Apple kündigte vor wenigen Tagen an, mit dem Start des mobilen Betriebssystem iPhone OS 4.0 die Lizenzbedingungen zu verschärfen. «Anwendungen, die zusätzliche Dienstprogramme oder Konvertierungen benötigen, um an die APIs eingebunden zu werden, sind unzulässig», heisst es konkret (die Nutzung von APIs erlaubt es Softwareentwicklern, Anwendungen zu schreiben und dabei bereits vorhandene, standardisierte Bibliotheksroutinen zu nutzen). Anwendungen für die Geräte iPhone, iPod und iPad würden nur noch in den Programmiersprachen Objective-C, C, C++ und Javascript akzeptiert.

Von diesen Vorgaben betroffen ist vor allem Flash-Entwickler Adobe. Videos, Zeichentrickfilme und kleine Browser-Spiele – es gibt kaum etwas, was die Flash-Technik von Adobe nicht ins Web bringen kann, etwa 75 Prozent aller Videos im Netz funktionieren derzeit mit Flash. Adobe hat nun, wie das Fachportal Winfuture.de berichtet, in einer neuen Version von Flash die Möglichkeit geschaffen, die Anwendungen auf das iPhone zu portieren. Im Rahmen der Creative Suite 5, die jetzt vorgestellt wurde, sollte dieses Werkzeug veröffentlicht werden (siehe auch Artikel links) . Der neue Passus schliesst Fremdsoftware, und damit auch Flash, definitiv vom iPhone und iPad aus. Auch viele andere Entwickler werden nun ihre Apps umprogrammieren müssen.

Die Argumente von Steve Jobs

Die Kritik scheint Jobs indes nicht weiter zu beunruhigen, wie ein Mail des Apple-Chefs an Spieleentwickler Greg Slepak zeigt. Jobs argumentiert, dass «Zwischenebenen» den Erfolg der Plattform und die Qualität der Software gefährden würden. Bereits in den vergangenen Monaten betitelte Jobs die Adobe-Software als «Sicherheitsrisiko» und «veraltete Technologie». Stattdessen setzt Apple auf HTML5, den neuen Standard, der auch die Wiedergabe von Multimedia-Material erlaubt.

Ob sich die Entwickler dadurch beruhigen lassen? «Die Grenze zwischen Apple-Begeisterung und Apple-Abscheu ist nur noch hauchdünn», warnt das Onlinemagazin Silicon.de.

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