Ausgezeichnete Programme

Digital

Welches sind die spannendsten Open-Source-Projekte? Eine Jury hat in Bern fünf herausragende Computerprogramme oder Webdienste ausgezeichnet.

Drei engagierte Kartographen: Stefan Keller, Michael Spreng und Simon Poole nehmen für Openstreetmap den Dinacon-Award entgegen.<p class='credit'>(Bild: mbb)</p>

Drei engagierte Kartographen: Stefan Keller, Michael Spreng und Simon Poole nehmen für Openstreetmap den Dinacon-Award entgegen.

(Bild: mbb)

Mathias Born@thisss

Ein Bildtelefon, ein Patientendossier und eine Landkarte: Das sind drei der Gewinner der Dinacon-Awards. Die Preise sind am Freitagnachmittag an der erstmals durchgeführten Konferenz für Digitale Nachhaltigkeit (Dinacon) in Bern verliehen worden. Die 10-köpfige Fachjury will mit den Awards besonders nachhaltige Computerprogramme und Informatikprojekte ehren.

Der Sieger in der Kategorie Klassiker ist Jitsi Meet. Diese frei verfügbare Software, die auf Servern installiert wird, macht Videotelefonie für die Nutzer einfach: Mit wenigen Klicks eröffnet man direkt im Webbrowser einen virtuellen Konferenzraum. Anschliessend wird der Link dazu an die Teilnehmer versendet – schon ist man im Gespräch. Anzumelden braucht man sich nicht. Und es ist auch nicht nötig, auf den Geräten der Gesprächsteilnehmer ein Programm zu installieren.

In der Kategorie Geschäft gewinnt Elexis eine Software, mit der Ärzte vom Führen der Patientendossiers bis zur Buchhaltung alles erledigen können. Zwar kommt diese ursprünglich von einem Arzt entwickelte Software erst in rund 200 Schweizer Praxen zum Einsatz. Da die gemeinschaftlich entwickelte Software aber weitaus günstiger ist als die kommerziellen Alternativen, hat sie laut der 10-köpfigen Dinacon-Jury ein grosses Potenzial.

In der Kategorie Hero räumt das Projekt Openstreetmap ab – die «Wikipedia der Landkarten»: Jedermann kann selbst gesammelte Angaben in diese Geodatenbank einspeisen. Aus den so erfassten Daten lassen sich zum Beispiel thematische Karten generieren. Oder man nutzt sie zur Navigation. Dank des Engagements vieler Freiwilligen sind die Openstreetmap-Daten in einigen Gebieten bereits präziser als die kommerziellen Alternativen etwa von Google, Microsoft oder Apple. Die Open Network Infrastructure Association gewinnt in der Kategorie Open Internet. Der Verein setzt sich für eine einfach zugängliche Infrastruktur ein, mit der Kleingeräte vernetzt werden können – wie es etwa im Projekt «The Things Network» gemacht wird. Im Fokus ist dabei die neue Funktechnik Lorawan, mit der sich etwa Sensordaten bei sehr tiefem Energieverbrauch über mehrere Kilometer übermitteln lassen.

Und schliesslich noch der Spezialpreis: Er geht an Suse. Diese Linux-Zusammenstellung gehört zu den ältesten überhaupt; die Entwickler feiern derzeit das 25-jähriges Bestehen. Suse hat massgeblich dazu beigetragen, dass das ehemals schwierig zu kompilierende Betriebssystem Linux mittlerweile auf ganz einfache Weise installiert werden kann. Heute ist die Software von Suse vorab im Geschäftsbereich verbreitet. Sie kommt in einem Schweizer Kernkraftwerk ebenso zum Einsatz wie auf der Kasse eines Grossverteilers.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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