Skype spricht sogar Spanisch

Skype kann zwischen einigen Sprachen übersetzen – im Chat wie auch bei Videotelefonaten. Die Automatenübersetzung hat indes noch ihre Tücken.

Automatische Übersetzung: Skype übersetzt zwischen mehreren Sprachen. Doch funktioniert dies wirklich so gut wie auf dem Microsoft-Screenshot?

Automatische Übersetzung: Skype übersetzt zwischen mehreren Sprachen. Doch funktioniert dies wirklich so gut wie auf dem Microsoft-Screenshot?

(Bild: zvg)

Mathias Born@thisss

Der Gesprächspartner in diesem Bildtelefonat setzt zu einer Erklärung an. Allerdings spricht er Spanisch – eine Sprache, die mir nicht geläufig ist. Doch das spielt keine Rolle. Denn noch während der Gesprächspartner spricht, wird auf dem Bildschirm in der rechten Seitenleiste auf Englisch übersetzt, was er sagt. Und nachdem er den letzten Satz beendet hat, liest eine Stimme aus dem Off die Übersetzung gleich vor.

Was wie Zukunftsmusik tönt, ist bereits Realität: Microsoft hat den «Skype Translator» veröffentlicht, der Videotelefonate und Chats fast simultan in andere Sprachen übersetzt. Erhältlich ist die – in einer Testversion vorliegende – Software im Windows Store; installieren lässt sie sich einzig unter Windows 8.1 und der Vorabversion von Windows 10. Das Programm muss auf dem PC des Anrufers installiert sein. Der andere Gesprächsteilnehmer kann in vielen Fällen bei der normalen Skype-Version bleiben.

Da sich der «Skype Translator» noch in der Entwicklung befindet, stehen beim Videochat erst wenige Sprachen zur Auswahl: Nebst Englisch und Spanisch kennt das Programm noch Italienisch und Mandarin. Deutsch hingegen fehlt. Weitaus besser sieht es beim Textchat aus: Dort übersetzt Skype derzeit zwischen 47 Sprachen. Darunter sind auch Deutsch und Französisch.

Holpriges Deutsch

Doch wie zuverlässig übersetzt Skype? Geschliffene Sätze darf man von einem Übersetzungsautomaten (noch) nicht erwarten. Das wird während eines Textchats mit Übersetzung zwischen Englisch und Deutsch deutlich. Während der Chatpartner die ihm zugestellten Nachrichten kurz nach Beginn noch «so lala» findet, bezeichnet er sie später als ungenügend. Tatsächlich leistet sich Skype einige Patzer. So wird aus «Ich werde wohl nicht da sein» komischerweise «Will not be comfortable».

Und die nachgeschobene Frage «Und ihr?» verdreht Skype zu «Is she?». Nichtsdestotrotz: Die allermeisten Sätze wurden in eine durchaus verständliche Sprache übersetzt. Zur Verständigung im Alltag und für informelle Absprachen dürfte das genügen. Bei diffizilen Absprachen – bei Verhandlungen mit potenziellen Geschäftspartnern aus anderen Kulturkreisen etwa – lässt man aber besser die Finger von Übersetzungsmaschinen und engagiert Profis aus Fleisch und Blut.

Dolmetscher im Hosensack

Nicht nur bei Microsoft wird an der Simultanübersetzung gearbeitet. Weit fortgeschritten ist in diesem Bereich die Firma Google. Zwar hat Microsofts Rivalin die Technik noch nicht ins Skype-Pendant Hangouts eingebaut. Mit der Smartphoneapp «Google Übersetzer» lassen sich aber Dialoge fast synchron zwischen zahlreichen Sprachen übersetzen.

Und richtet man die Smartphonelinse auf ein Schild oder eine Speisekarte in fremder Sprache, wird der Text auf dem Monitor durch solchen in der eigenen Sprache überschrieben. Nebst den beiden Giganten gibt es kleinere Unternehmen, die ähnliche Apps entwickeln. Weit verbreitet ist die App iTranslate, die für mehrere Smartphone-Systeme erhältlich ist.

Wetten, dass bereits in dieser Saison diverse Touristen bei Sprachschwierigkeiten den Dolmetscher aus dem Hosensack ziehen werden?

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt