Microsofts neustes Tablet: Der erste Eindruck

Die Erstauflage der Surface-Tablets war ein finanzieller Flop. Jetzt ist der Nachfolger in den Läden. Bernerzeitung.ch/Newsnetz hat ihn ausprobiert.

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Rafael Zeier@RafaelZeier

«Unsere Konkurrenten sind verwirrt. Sie wissen nicht, wo es langgehen soll», behauptete der Apple-CEO Tim Cook an der iPad-Veranstaltung vom Dienstag. Wen er damit genau meinte, sagte er nicht. Es braucht aber wenig Fantasie, um zu vermuten, dass es eine Spitze an die Adresse von Microsoft und dessen Hardware-Partner war. Tatsächlich scheint in dem Lager noch immer nicht klar zu sein, wie man das Erfolgsprodukt Windows mit dem Tablet-Trend unter einen Hut bringen kann (Die zweite Vermählung von Laptop und Tablet).

Den spannendsten Lösungsansatz für dieses Dilemma entwickelte Microsoft gleich selbst mit seinen Surface-Geräten. Ihre seit dieser Woche erhältlichen Neuauflagen (Surface 2 und Surface Pro 2) behalten diesen Kurs bei. Am in der Theorie gelungenen Grundkonzept hat sich nichts geändert. Die Formel heisst: Tablet + Tastaturdeckel = Laptopersatz. Verbessert wurde vor allem das Innenleben, wie Prozessoren und Akkus. Die Neuauflagen besitzen wieder einen Klappständer auf der Rückseite, neu hat die Stütze aber zwei Stufen. So lässt es sich mit den Surface-Geräten auch besser auf den Knien arbeiten: Nicht unwichtig für Pendler.

Ungeliebtes Windows RT

Wie bisher unterscheiden sich die zwei Modelle beim Betriebssystem. Wer beliebige Windows-Programme nutzen will, zum Beispiel Photoshop, braucht das teurere Pro 2 (ab 979 Franken, ohne Tastatur). Wer darauf verzichten kann und wem die Apps aus dem Microsoft-App-Store ausreichen, für den gibt es das Surface 2 (ab 479 Franken, ohne Tastatur). Darauf läuft das bei Herstellernund Kundenungeliebte Windows RT in der neusten Version 8.1.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz hat das Surface 2 bereits ein paar Tage getestet. Für ein abschliessendes Fazit ist es noch zu früh. Eine Zwischenbilanz lässt sich aber schon jetzt ziehen.

Das Gerät, obwohl gut verarbeitet, fühlt sich mit seinen 700 Gramm immer noch sehr schwer an. Lange mag man es nicht in einer Hand halten. Auch wirkt der 16:9-Bildschirm im Hochformat immer noch unangenehm in die Länge gezogen. Bei einem 7-Zoll-Tablet hat sich der Autor sehr gut daran gewöhnt. Ob das auch bei einem 10-Zoll-Tablet klappt – zumal das kein Leichtgewicht ist?

Schneller Prozessor, nützliche Klappe

Der überarbeitete Klappständer an der Rückseite ist eine willkommene Verbesserung. Egal ob im Zug, im Flugzeug oder vor dem Fernseher, das Surface 2 droht nicht herunterzufallen oder umzukippen. Der neue Prozessor macht auf dem noch nicht mit Apps und Dateien vollgestopften Gerät einen sehr schnellen Eindruck. Apps starten schnell und Touch-Gesten werden ohne Verzögerung erkannt. Mit dem überarbeiteten Touch Cover 2 (135 Franken) lässt es sich deutlich präziser tippen als mit dem Vorgänger. Es ist aber immer noch Übungs- und Geschmackssache.

Das gratis mitgelieferte Office-Paket (Outlook, Word, Powerpoint, Excel) ist ein grosses Plus. Leider wurden die entsprechenden Apps noch nicht vollständig für Touch optimiert. So muss man immer wieder mit kleinen Knöpfen hantieren, die man mit dem Finger nur schwer trifft.

Der Desktop-Stilbruch

Unerklärlich ist, warum es bei Windows 8.1 RT überhaupt noch eine alte Desktop-Ansicht braucht. Wenn man etwa einen Memorystick öffnen will, fällt man von der Kachelebene automatisch auf den Desktop zurück (Mit einer App lässt sich dies allerdings vermeiden). Auf dem Surface Pro 2 mag ein Desktop-Modus Sinn machen. Auf dem Surface 2 wirkt er dagegen wie ein Stilbruch.

Wie gut Microsoft der Spagat zwischen Tablet und Laptop tatsächlich gelungen ist, werden die nächsten Wochen mit dem Gerät zeigen. Kann das Surface 2 die bis dato ungeschlagene Kombination aus Ultrabook und Tablet im Alltag ablösen?

Haben Sie weitere Fragen oder Anmerkungen zum Surface 2? Digital-Redaktor Rafael Zeier gibt in der Kommentar-Rubrik gerne Auskunft.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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