Blick in die Zukunft

Facebook hat die Virtual-Reality-Brille Oculus in San Francisco präsentiert. Sie ist nicht nur für Spieler interessant. Die sechs wichtigsten Fragen und Antworten zum neuen Gadget.

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Jan Rothenberger@janro

Ein Jahr nachdem Facebook das Jungunternehmen für zwei Milliarden Dollar übernommen hat, hat Oculus in San Francisco gezeigt, wie es virtuelle Umgebungen in die heimische Stube bringen will. Ausserdem nennt das Unternehmen ein Datum für den Verkaufsstart: Die VR-Brille Oculus Rift wird Anfang 2016 zu kaufen sein.

Was weiss man über das Gerät?
Vorab Verbesserungen gegenüber bisher gezeigten Prototypen: Die Oculus Rift ist kleiner und leichter zu bedienen. Sie eignet sich auch für Brillenträger und passt sich an den Augenabstand des Trägers an. Zwei abnehmbare Kopfhörer sind zuständig für den Ton. Neu ist, dass sich Oculus mit Microsoft zusammentut: So wird die Rift-Brille vom Start weg mit Windows 10 funktionieren. Mit dabei ist ein Spielcontroller, wie ihn auch die Xbox One mitbringt. Daneben haben Nutzer zwei halbmondförmige Steuergeräte, die sie in beiden Händen halten. Mit ihnen bestimmt das Oculus-System die Position der Hände im Raum. «Oculus Touch» nennen sich diese Controller, mit denen Nutzer virtuelle Gegenstände aufheben können.

Was ist neu?
Oculus hat das Problem der Steuerung gelöst. «Wie bewegt man sich in 3-D?» – Diese Frage gilt als Knackpunkt für alle kommenden VR-Produkte, nicht nur der Oculus Rift. Abgesehen von wenig massentauglichen Ideen wie dem Laufstall Virtuix Omniwartete man bisher vergeblich auf eine Antwort. Auch Oculus hatte stets zugegeben, dass man hier noch nach Lösungen suche.

Ballermann im Laufstall: Das Virtuix-System lässt Spieler auf der Stelle treten. (Bild: Jae C. Hong, Keystone)

Jetzt zeigt sich: Das Unternehmen geht die Frage zweigleisig an. Ein traditioneller Controller gibt Spielern bekanntes in die Hand und soll sie so sanft an die VR-Welt heranführen. Gleichzeitig öffnet Oculus Touch die Tür für Experimente. Mit den Touch-Geräten in den Händen kann der Nutzer 3-D-Umgebungen erkunden und nach virtuellen Dingen greifen.

Ich spiele nicht – sollte mich das trotzdem interessieren?
Ja. Zwar ist die Rift-Brille für Spiele gemacht, andere Anwendungen sind aber zu erwarten. Googles Billigsystem Cardboardzeigt, wo es hingeht: Grosse Hoffnungen zielen auf die Idee eines VR-Kinos für zu Hause, denkbar sind etwa Kinoblockbuster mit 3-D-Mehrwert. Bereits jetzt auszuprobieren sind Panoramavideos unterschiedlicher Art, in denen sich der Nutzer frei umsehen kann – so soll der Filmkonsum intensiver werden. Erste Beispiele reichen von Musikkonzerten bis hin zur Reportage aus einem syrischen Flüchtlingslager. Filmproduzenten wie Lionsgate oder das TV-Netzwerk HBO arbeiten bereits an VR-Inhalten.

Ich bin Gamer, worauf kann ich mich freuen?
Bislang gibt es wenig Definitives – mehr dürften die Macher an der Spielmesse E3 kommende Woche bekannt geben. Bis jetzt gesetzt ist das Weltraumspiel «Eve Valkyrie», ein Weltraumshooter, in dem der Spieler per Raumjäger durchs All saust (siehe Box). Hinzu kommen das Rollenspiel «Chronos» und das Action-Adventure «Edge of Nowhere». Weiter angekündigt wurden mit «VR Sports Challenge» eine Sportsimulation und das Ballerspiel «Damaged Core». Um den Katalog zu vergrössern, will Oculus zehn Millionen Dollar ausgeben und damit weitere Spieleentwickler an Bord holen.

Gibt es Konkurrenten für Oculus?
Oculus startete vor drei Jahren als Pionier der «neuen» Virtual-Reality, mittlerweile haben aber auch andere Unternehmen diesen Markt im Visier. Erwähnenswert sind neben Google Cardboard vor allem zwei: Sonys Project Morpheus und Vive von HTC und Valve. Während über Sonys Gerät bislang wenig bekannt ist, hat die Vive-Brille technisch die Nase vorn, unter anderem dank höherer Auflösung.

Wann kommt das Ganze in die Schweiz?
Es ist zu erwarten, dass Oculus Rift im ersten Quartal 2016 weltweit verkauft wird, nicht nur in den USA. Zum Preis ist bisher noch nichts bekannt.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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