Die «Ufo-Pläne» von Apple & Co.

Die Internetkonzerne Amazon, Apple, Google und Facebook planen neue Firmenzentralen. Für Milliarden Dollar sollen architektonische Giganten in die Welt gestellt werden.

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Nicht kleckern, klotzen. Nach dieser Devise planen die Chefs der Internetkonzerne Amazon, Apple, Google und Facebook neue Firmensitze. Alle wollen in den nächsten Jahren Gebäude errichten, die in ihrer Grösse und Architektur neue Massstäbe setzen werden. Die Ausbaupläne dieser vier einflussreichen Technologiekonzerne sind gigantisch.

Beginnen wir mit Amazon. Der Onlinehändler kaufte im letzten Jahr den angemieteten Firmenhauptsitz in Seattle für 1,16 Milliarden US-Dollar. Es sind elf Gebäude und eine Fläche von knapp 170'000 Quadratmetern. Diese Woche hat Amazon den Stadtplanern von Seattle ein neues Projekt vorgestellt. Drei Stahl- und Glaskugeln mit jeweils einem Durchmesser von 100 Metern will Amazon bauen. Sie bilden künftig das Herzstück für drei zusätzliche Hochhäuser, die einer schnell wachsenden Belegschaft Platz bieten sollen. Die Kugeln sollen künftig eine Pflanzenwelt beherbergen und als attraktiver Rückzugsort dienen, um an neuen Ideen zu arbeiten.

Grösstes Grossraumbüro der Welt

Das weltweit grösste Suchmaschinenunternehmen Google will seiner Mitarbeiterschaft Neues bieten. Wie Reuters berichtet, verlässt es den langjährigen Sitz in Mountain View und baut in der Nähe einen neuen Googleplex. Es wird ein neun Gebäude umfassender Komplex. Hängebrücken verbinden die schräg gebauten Häuser. Auf den Dächern sind opulente Gärten angedacht.

Noch etwas ehrgeiziger sind die Pläne von Facebook. Firmenchef Mark Zuckerberg geht einen Schritt weiter und baut im Menlo Park am grössten Grossraumbüro der Welt. Es wird der grösste offene Grundriss der Welt sein. Das Dach des Gebäudes wird als Park gestaltet, der zur Erholung und Wanderungen einladen soll. Auffallen wird der Bau allerdings nicht. Von aussen soll der Anschein erweckt werden, als würde man in die Natur blicken.

Was Apple allerdings realisieren möchte, stellt selbst das grösste Grossraumbüro der Welt in den Schatten. Der kalifornische Computerkonzern plant einen 2,8 Millionen Quadratmeter Glasring. Der Bürokomplex mit einem Durchmesser von 230 Metern sieht aus wie ein UFO und soll ein Denkmal für den verstorbenen Gründer Steve Jobs sein, der eng in die Pläne miteinbezogen worden war. Das Projekt soll fünf Milliarden Dollar kosten und bietet künftig 12'000 Apple-Mitarbeitern Platz.

Grossbauten sind immer auch Risiko

Diese Projekte sind ohne Zweifel mit viel Prestige verbunden. Die Geschichte lehrt allerdings auch, dass solche Bauübungen oft dann realisiert werden, wenn die Firmen ihren Zenit erreicht haben. Der Medienkonzern AOL begann in seiner Blüte im Jahr 2000 ebenfalls mit einem prunkvollen Bau, dem Time Warner Center in New York. Bis die Dotcom-Krise drei Viertel des Unternehmenswertes vernichtete. Und auch die «New York Times», die Wallstreet-Bank Bear Stearns und das Chemieunternehmen Union Carbide bauten an ambitionierten Firmensitzen und schlitterten kurz danach in eine Krise.

Und im Silicon Valley sind ebenfalls ähnliche Fälle bekannt. Yahoo, Myspace, Inktomi, Sun Microsystems und Silicon Graphics zogen protzige Hauptquartiere hoch. Die einen gibt es zwar noch. Andere wurden mittlerweile von anderen Firmen übernommen. Google zog in den Silicon Graphics Campus ein. Facebook übernahm die Sun-Zentrale.

Für Fondsmanager und andere Grossanleger sind solche ehrgeizigen Projekte daher immer auch als Warnung zu interpretieren. Gegenüber Reuters geben einige zu Protokoll, dass diese Firmen zwar derzeit viel Geld haben. Doch die Tatsache, dass sich die Konzerne in einem internationalen Kampf um Talente befinden, macht die Investoren skeptisch. Reuters schreibt, dass Investmentfonds ihre Aktien abstossen.

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