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Wir kriegen dich

Brennan Gilmore filmte, wie in Charlottesville ein Neonazi mit seinem Auto in die Menge raste. Seither hassen ihn die Rechten in Amerika – und machen sein Leben zur Hölle.

Brennans Video vom Vorfall. (Video: Tamedia/Twitter/brennangilmore)

«Geben Sie die Adresse nicht weiter», hatte er noch geschrieben. Eine letzte Abzweigung auf der Schotterstrasse, eine letzte Baumgruppe, dann steht das Haus da, braune Holzwände, graues Giebeldach. Hier wohnt Brennan Gilmore. Keine halbe Stunde Fahrtzeit von der Stadt Charlottesville entfernt, aber gefühlt viel weiter weg. Von der Veranda auf der Hinterseite des Hauses sieht man die Hügel von Virginia. Vor allem aber sieht man den Schiessstand, den Gilmore auf der Wiese aufgebaut hat. Die schwarz-weissen Ringe auf der Zielscheibe sind voller Löcher. Er stapft daran vorbei, die Hände in den Taschen seiner Jeans, die Ärmel seines Hemds hochgekrempelt. Vor dieser Scheibe übt er in letzter Zeit öfter, mit der Pistole, die er drinnen auf dem Kühlschrank aufbewahrt – geladen. Denn Gilmore ist selber zum Ziel geworden.

Brennan Gilmore im Zentrum von Charlottesville: Einige Strassen weiter fuhr am 12. August 2017 ein Neonazi in eine Menschenmenge. Foto: Erin Scott (Polaris, Laif)
Brennan Gilmore im Zentrum von Charlottesville: Einige Strassen weiter fuhr am 12. August 2017 ein Neonazi in eine Menschenmenge. Foto: Erin Scott (Polaris, Laif)

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