«Wieso hat Russland die Wahl gehackt, Mr. Putin?»

US-Filmregisseur Oliver Stone hat den russischen Präsidenten getroffen, mit ihm über Donald Trump, Edward Snowden und Syrien gesprochen und ihm einen alten Film gezeigt.


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Oliver Stone fackelt nicht lange. Der Regisseur von «Platoon» und «Natural Born Killers» sitzt Wladimir Putin gegenüber und spricht sofort über Donald Trump, dem der russische Präsident angeblich den Weg ins Weisse Haus geebnet hat. «Wieso hat Russland die Wahl gehackt?», will er wissen. Putin lacht amüsiert. Was er weiter dazu sagt, wird erst im Juni zu sehen sein. Dann strahlt der US-Kabelsender Showtime das Interview an vier Abenden aus.

«Wenn Wladimir Putin schon der grosse Feind der Vereinigten Staaten ist, dann sollten wir wenigstens versuchen, ihn zu verstehen», sagt Oliver Stone in einem Statement zu seinem neuen Film. Kein Thema sei tabu gewesen, schreibt dazu Showtime in der Programmankündigung, Putin spreche über die US-Wahl, die aktuellen Konflikte in Syrien, der Ukraine und anderswo, seine Beziehungen zu den ehemaligen US-Präsidenten Clinton, Bush und Obama. Und auch über das Erbe von Josef Stalin und Ronald Reagan.

Der Fragesteller: Oliver Stone (70).

Der Regisseur hat den Präsidenten in den vergangenen zwei Jahren zu vier Sitzungen getroffen, die letzte hat im Februar stattgefunden. Ein Thema dabei war auch der Whistleblower Edward Snowden, dem Russland im Jahr 2013 Asyl gewährte und der seither dort lebt. Snowden war die Titelfigur des letzten Spielfilms von Oliver Stone, der letzten Herbst am Zurich Film Festival zu sehen war. Dafür war Stone erstmals mit Putin in Kontakt getreten. «Von da her vertraute er mir und wusste, dass ich das Gespräch nicht manipulieren würde», sagt der Regisseur.

Die aktuelle Interviewserie mit Putin bezeichnet Stone nicht als Dokumentarfilm, sondern als «Frage- und Antwortsitzung». Der Sender Showtime vergleicht «The Putin Interviews» mit den legendären Interviews, die der TV-Journalist David Frost 1977 mit dem ehemaligen Präsidenten Richard Nixon geführt hatte.

Antwortet und schaut «Dr. Strangelove»: Wladimir Putin (64).

Es ist nicht die erste Begegnung von Oliver Stone mit einem der Mächtigen der Welt. Für diverse Projekte hatte er zuvor bereits mit dem «Comandante» – so hiess der Film – Fidel Castro gesprochen, mit dem venezolanischen Staatspräsidenten Hugo Chávez und mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu. Die Interviews mit Wladimir Putin fanden im Kreml statt, in Sotschi und in Putins Residenz ausserhalb Moskaus.

Die beiden Männer sollen dabei nicht nur gesprochen haben. Wie Stone der australischen Zeitung «Sydney Morning Herald» verriet, hat er Putin auch einen Filmklassiker gezeigt, den dieser noch nicht kannte: «Dr. Strangelove» von Stanley Kubrick. Die Satire über den Kalten Krieg aus dem Jahr 1964 heisst mit vollem Titel «Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben». Ob der russische Präsident diesen Film ebenso amüsant fand wie die Fragen von Oliver Stone, wird sich ab dem 12. Juni zeigen.

(Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 02.05.2017, 18:33 Uhr

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