Weltweiter Spitzenrang der Schweiz bröckelt

Bei der Digitalisierung gehört die Schweiz weltweit zu den fünf wettbewerbsfähigsten Ländern. Doch sie muss aufpassen, dass sie diese Position nicht verliert.

Ausgereifte Spitzentechnologie hält die Schweiz bei der digitalen Wettbewerbsfähigkeit weltweit in den vorderen Rängen.

Ausgereifte Spitzentechnologie hält die Schweiz bei der digitalen Wettbewerbsfähigkeit weltweit in den vorderen Rängen.

(Bild: Keystone)

Jon Mettler@jonmettler

Selbstlernende Maschinen in der Industrie, Bankgeschäfte im Internet, erweiterte Realität auf dem Smartphone: Digitalisierung ist in aller Munde – doch wie steht unser Land wirklich da? Ein Gradmesser ist die weltweite Vergleichsstudie zur digitalen Wettbewerbsfähigkeit, welche die private Wirtschaftshochschule IMD in Lausanne jährlich durchführt. Heute veröffentlichte das Bildungsinstitut die aktuellen Ergebnisse.

Demnach erreicht die Schweiz im internationalen Vergleich mit 62 Ländern den fünften Rang, wie schon im vergangenen Jahr. Ausgeprägtes Fachwissen, moderne Technologie und eine hohe Zukunfsbereitschaft halten die Eidgenossenschaft bei der Digitalisierung in den vorderen Rängen.

Digitalisierung hat nicht nur einen Einfluss darauf, wie sich Unternehmen entwickeln. Der technologische Wandel betrifft auch die Art und Weise, wie Länder funktionieren und sich auf neue Technologien vorbereiten. «Nationale Regierungen auf der ganzen Welt investieren stark in ihre digitale Wirtschaft, um die Wertschöpfung und den Wohlstand zu steigern», sagt Finanzprofessor Arturo Bris, der die IMD-Studie durchgeführt hat.

Die Schwächen der Schweiz

Allerdings ist die Position der Schweiz nicht in Stein gemeisselt. Die Studie zeigt gewisse Schwächen auf, welche mehr und mehr ins Gewicht fallen. Zwar haben Firmen und Universitäten hierzulande nach wie vor Zugang zu einem umfangreichen Reservoir an Talenten, doch dieses könnte wegen der Zuwanderungsinitiative kleiner werden.

Besser könnte die Schweiz auch dastehen, wenn es darum geht, Digitalunternehmen zu gründen oder mit Kapital auszustatten. Das gleiche gilt für Aus- und Weiterbildung, Markteingriffe des Staates und Anpassungsfähigkeit der Firmen im schnelllebigen Internetzeitalter. Gerade bei der Agilität von Unternehmen liegt die Schweiz nur noch unter den 20 besten Länder der Welt.

Niederlande holen auf

Exemplarisch lässt sich die wachsende Konkurrenz, der wir ausgesetzt ist, an den Niederlanden aufzeigen. Das Land verbesserte sich innert Jahresfrist von von Platz 9 auf Rang 6, kommt also gleich nach der Schweiz. Die Niederlande konnte vor allem bei der Zukunftsbereitschaft und der Flexibilität der Firmen aufholen, was den Gesamtrang verbesserte.

Wie schon im Vorjahr sind die USA bei der Digitalisierung das wettbewerbsfähigste Land, gefolgt von Singapur, Schweden und Dänemark. «Inmitten von Unsicherheit und einer sich verändernden globalen Situation scheint es, dass Unternehmen und Gesellschaften, die agil sind, auch in unserer Rangliste vorne landen», sagt Finanzprofessor Bris. Knowhow bleibe für die digitale Leistungsfähigkeit verschiedener Volkswirtschaften von grösster Bedeutung.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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