Weilers TV-Aussage vor Millionen sorgte für Irritationen

Frankfurts Marco Russ, der an einem Tumor erkrankt ist, unterlief im Barragespiel beim 1:1 gegen Nürnberg ein Eigengoal. Auch das löste heftige Reaktionen aus.

Nürnbergs Trainer René Weiler sorgt für Schlagzeilen.

Nürnbergs Trainer René Weiler sorgt für Schlagzeilen. Bild: Keystone

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Am Tag des Spiels hatte Eintracht Frankfurt in einer Mitteilung bekannt gegeben, dass Captain Marco Russ an einem Tumor erkrankt sei und operiert werden müsse. Er wolle jedoch das Hinspiel in der Barrage gegen Nürnberg bestreiten und der Mannschaft trotz der Diagnose noch helfen und spielen. Ursprung der Diagnose war eine Dopingkontrolle nach dem Spiel in Darmstadt, wo bei Russ ein auffällig erhöhter Wert des Wachstumshormons HCG festgesellt worden war. Ein Hinweis, der auf Doping oder einen Tumor hinweisen könnte, was schliesslich bei Russ auch der Fall war.

Russ spielte gegen Nürnberg und verzeichnete mit 119 Ballkontakten auch Höchstwerte. Allerdings wurde er dann zur tragischen Figur, unterlief ihm beim 1:1 doch ein Eigengoal. Direkt nach dem Spiel sorgte Nürnbergs Trainer René Weiler für Irritationen, als er gegenüber der ARD vor einem Millionenpublikum erklärte, die Geschichte um Russ sei eine Inszenierung gewesen. «Ich finde die Publikation dieser Geschichte nicht ideal. Der Fussball darf nicht hinhalten für irgendwelche Inszenierungen», so Weiler. Im gleichen Sender sagte Frankfurts Coach Nico Kovac, er sei ob dieser Aussage irritiert und merkte an: «Krankheiten kann man nicht inszenieren. Sie kommen und gehen hoffentlich auch wieder.»

«Ich möchte meine Aussage diesbezüglich zurücknehmen»

Bei der anschliessenden Pressekonferenz kam Weiler auf seine Aussage bei der ARD zurück. «Bevor ich etwas zum Spiel sage, möchte ich etwas klarstellen. Ich habe eine Aussage gewählt, die zu Irritationen geführt hat bezüglich Marco Russ», sagte der Winterthurer. Er möchte eines vorausschicken, dass es immer zuerst um die Gesundheit gehe, das sei das Wichtigste. Er wünsche dem Spieler nur das Beste.

«Ich habe lediglich gesagt, dass ich den Zeitpunkt der Kommunikation nicht ideal fand. Und ich verstehe auch nicht, dass man immer alles kommunizieren muss», erklärte Weiler. Er denke, dass die Gesundheit vorgehe. «Ich wusste aber nicht, dass man angeblich kommunizieren musste, deshalb möchte ich meine Aussage diesbezüglich auch zurücknehmen. Und wünsche selbstverständlich dem Spieler nur das Beste, damit er bald wieder gesund wird», schloss Weiler das Thema.

Später liess der Winterthurer auf der Nürnberger Homepage mitteilen, seine Kritik habe sich nicht auf Russ oder die Eintracht bezogen. «Es ist pietätlos, dass ein Club und ein erkrankter Spieler fast dazu genötigt werden, die intimsten Dinge preisgeben zu müssen, um nicht als Dopingsünder in Verdacht zu stehen.»

Erstellt: 20.05.2016, 12:29 Uhr

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