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Was hinter den Farbschleiern liegt

Der 75-jährige Tessiner Cesare Lucchini hat ein herausragendes malerisches Werk geschaffen – und ist doch ein grosser Unbekannter.

Der Maestro in seinem natürlichen Habitat: Cesare Lucchini in seinem Künstleratelier in Lugano-Pregassona, 2016.
Der Maestro in seinem natürlichen Habitat: Cesare Lucchini in seinem Künstleratelier in Lugano-Pregassona, 2016.
Arno Capri
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Der distinguierte, schlanke Herr steht vor einem seiner grossformatigen Öl­bilder. «Gewisse Ereignisse des täglichen Lebens erregen starke Gefühle in mir, in manchen Fällen auch Wut», sagt er. Und diese Wut wird manchmal zur Triebfeder eines Malprojektes. Solche Ereignisse können die Bootsfluchten nach Lampedusa sein, die Ausbildung von Kindersoldaten in Afrika, eine Ölkata­strophe im Golf von Mexiko. Aber dem Künstler ist bei aller Empathie das Plakative fern. Seine Bilder bleiben mehrdeutig, entwickeln sich im Auge des Betrachters weiter. Ein Künstler müsse ein Thema haben, «certo», sagt der eloquent dreisprachig parlierende Cesare Lucchini, «aber er muss es mit malerischen Mitteln umsetzen».

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