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Ticketboom für ein Team, das es noch gar nicht gibt

Die Stadt Seattle, Investoren und Sportfans unternehmen alles Mögliche, um ab 2020 die 32. Franchise der National Hockey League zu werden.

Die NHL-Flagge wurde auf der Space Needle in Seattle gehisst. Bild:Getty Images

720 Sekunden. So lange dauerte es, bis 10'000 Fans in Seattle ein Saisonticket für das potenzielle neue NHL-Team gekauft hatten. 12 Minuten. Wenig später waren es bereits 25'000. Die Sportbegeisterten und die Stadt wollen ein weiteres Team in einer amerikanischen Topliga. Wenn es nach ihnen geht, sind sie schon zu lange ohne eine NBA- oder NHL-Franchise. Die Stadt an der Westküste der USA hat eine grosse Hockeytradition, die allerdings weit zurück liegt. Die Seattle Metropolitans waren einst das erste amerikanische Team, das 1917 den Stanley-Cup gewann.

Zurzeit hat Seattle nur ein Football-Team, die Seahawks, und ein Fussball-Team, die Sounders. Beide locken zigtausende von Fans zu ihren Heimspielen und sind äusserst erfolgreich. Zehn Jahre ist es her, seit die Basketball-Franchise Seattle Supersonics nach Oklahoma gezogen ist und einen der grössten Märkte ohne eines professionellen Teams im Winter.

Stadion für 600 Millionen renovieren

Dies soll sich schon bald ändern. Das Ziel der Investorengruppe Oak View Group mit dem Filmproduzenten Jerry Bruckheimer – «Pirates of the Caribbean» und CSI-Serien – plant den Start der 32. NHL-Franchise ab der Saison 2020/21. Bereits wurden 10 Millionen Dollar als Depot eingezahlt, und sollte die Bewerbung im Juni an einer Abstimmung der NHL angenommen werden, würde es weitere 650 Millionen kosten, und Seattle wäre einen Schritt näher an einem Team.

Investor Jerry Bruckheimer spricht über seine Pläne. Quelle: Twitter.

Ein Stadion gibt es bereits, die Key Arena, die 1962 erbaut wurde. Sie soll für 600 Millionen renoviert werden. Dafür gab es vom Stadtrat im Dezember grünes Licht. Wichtig war, dass das neue Stadion später auch ein NBA-Team beheimaten könnte. Einen Namen für das NHL-Team gibt es noch nicht. Die Investoren sagten allerdings, man werde den Fans die Möglichkeit geben mitzuwirken, und am Schluss den auswählen, welcher allen am besten gefällt.

So könnte das Stadion von innen aussehen. Bild: Keystone

Golden Knights als Vorbild

Die guten Erfahrungen mit dem letzten NHL-Expansion-Team, den Las Vegas Golden Knights, könnten ein Ansporn sein für Seattle. Die Knights sind eine der besten Mannschaften der Liga und führen die Pacific-Division an. Dies ist erstaunlich, wenn man bedenkt, dass vor der Saison niemand etwas von ihnen erwartet hatte: die Buchmacher gaben ihnen eine Quote von 200:1 für einen Stanley-Cup-Sieg. Von den letzten 63 Expansion-Teams in den vier grossen Sportarten in Amerika – Basketball, Eishockey, Baseball und American Football – schafften es in der ersten Saison nur 5 in die Playoffs.

Mehr noch als der Erfolg auf dem Eis überraschte der Fanansturm. Im Schnitt kommen 17'969 Zuschauer in die T-Mobile-Arena, alle Luxussuiten sind verkauft, und es sind über 2500 Fans auf einer Warteliste für Tickets für die kommende Saison.

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