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Süss ist die Irreführung

Wenn es darum geht, die schädlichen Auswirkungen von Zucker zu kaschieren, kennt die Industrie viele Tricks.

Jahrelang haben uns die Produzenten von Softdrinks, Müesliriegeln, Ketchup und vielen anderen zucker­haltigen Lebensmitteln regelrecht an der Nase herumgeführt. Wegen des Zuckers in ihren Produkten würde man nicht herzkrank, betonten sie, schuld sei das zu viele Fett in der Nahrung. Nun konnten Forscher der University of California in San Francisco zeigen, wie diese Irreführung der Konsumenten zustande kam. Demnach ­bezahlte die Zuckerindustrie in den 60er-Jahren Forscher dafür, den Zuckerkonsum in günstigem Licht erscheinen zu lassen und dem Fett die Rolle des Bösewichts zuzuweisen.

Die Täuschung funktionierte bestens. Erst in den letzten Jahren ist klar geworden, dass der Zuckerkonsum viel ungesünder ist als lange geglaubt. Zucker führt zu Übergewicht, fördert Diabetes und begünstigt Entzündungen. Vor allem konsumieren wir viel zu viel davon. In 80 Prozent aller Lebensmittel steckt in irgendeiner Form Zucker. Sehr oft ist der aber gut kaschiert, denn einzig Kristallzucker (Saccharose) muss deklariert werden. Doch auch Agavensirup, Frucht­zucker, Ahornsirup oder Maissirup sind letztlich nichts anderes als – Zucker. Wenn also ein Müeslifabrikant auf sein Produkt schreibt: «Ohne zusätzlichen Zucker – gesüsst mit Ahornsirup, Agavensirup und Honig», ist das eine klare Täuschung des Konsumenten.

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