Zum Hauptinhalt springen

SBB tauschen nach Zugentgleisungen Weichen aus

Dreimal entgleisten vergangenes Jahr Züge in Schweizer Bahnhöfen. In Basel und Luzern lag es offenbar am gleichen Weichentyp.

Die Entgleisung des ICE am 29. November legte den Bahnhof Basel während Stunden lahm. (29.11.2017) Video: SDA und 20 Minuten

Was führte zur Entgleisung des ICE 75 am 29. November 2017 im Basler Bahnhof? Die SBB haben am Donnerstagnachmittag erste Erkenntnisse präsentiert. Wobei die Unfalluntersuchung durch die Sicherheitsuntersuchungsstelle des Bundes (Sust) noch keine klare Erklärung liefert. Im Verdacht steht allerdings ein bestimmter Weichentyp, auf dem am 22. März 2017 auch in Luzern ein Zug entgleiste. Dieser sei wegen der engen Platzverhältnisse technisch komplex.

Nach Zugentgleisungen: SBB ergreifen Massnahmen. (Video: Tamedia/SDA)

Die SBB werden den betroffenen Weichentyp deshalb ersetzen – bis Ende 2019. In Basel und Luzern sind je zwei Weichen betroffen, schweizweit ist das Modell 45-mal auf dem Streckennetz verbaut. Als zweite Massnahme haben die SBB bereits begonnen, ihre am stärksten belasteten Bahnhofsweichen mit Messfahrzeugen zu überwachen. Klar ist derweil, was zur Entgleisung am 29. März 2017 in Bern geführt hat: ein Ermüdungsbruch der Weichenzungenschiene.

«Nicht mehr so katastrophal wie 2010»

Gemäss Philippe Gauderon, Leiter SBB Infrastruktur, hinken die SBB im Netzunterhalt hinterher. «Die Lage ist aber nicht mehr so katastrophal wie 2010.» Allerdings sehe man sich nach wie vor mit einem wachsenden Defizit in der Materialsanierung konfrontiert. Dies wolle man bis 2020 stabilisieren und danach mit einem neuen Leistungsauftrag reduzieren.

Gauderon betont, dass die Zahl der Entgleisungen im Verhältnis zu den gefahrenen Streckenkilometern zurückgehe. Stefan Sommer, Leiter Fahrweg bei SBB Infrastruktur, gibt aber zu bedenken, dass die Infrastruktur immer stärker belastet werde, weil das Rollmaterial immer schwerer werde und schneller beschleunige.

(Übernommen von 20min.ch, bearbeitet von Redaktion Tamedia).

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch