Salt gibt Apple Nachhilfe bei der Fernsehbox

Der Westschweizer Netzbetreiber liefert eine alternative Fernbedienung zu Apples TV-Box.

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Matthias Schüssler@MrClicko

Es kommt selten vor, dass es ein Schweizer Telko in die Schlagzeilen der internationalen Tech-Medien schafft. Doch Salt hat diese Woche den Coup geschafft. «The Verge», 9to5mac.com oder auch «Cult of Mac» haben berichtet, dass es beim Westschweizer Netzbetreiber nun eine alternative Fernbedienung zum Apple-TV gibt: «Apples Fernbedienung ist so schlecht, dass eine Schweizer Firma einen normalen Ersatz entwickelt hat», heisst es bei «The Verge».

Salts «normale» Fernbedienung kostet 19.95 Franken und hat 18 Knöpfe, wie man es sich gewohnt ist: Es gibt ein Steuerkreuz mit OK-Taste, eine Wippe für den Programmwechsel und die Lautstärke und Knöpfe für die Navigation bei der Musik- und Videowiedergabe. Plus Stummschalttaste und Ein-/Aus-Knopf.

Zu ambitioniert

Die von Apple erfundene Fernbedienung namens «Siri Remote» hat nur sechs Knöpfe, dafür ein Wischfeld für Touchgesten, Beschleunigungssensor, ein Gyroskop sowie zwei Mikrofone. Als Apple sie 2015 eingeführt hat, sollte sie nicht nur die Bedienung des Fernsehers revolutionieren, sondern Interaktionen mit Siri ermöglichen und als Controller für Spiele dienen.

Der Plan ist nicht aufgegangen: Die Bedienung ist für viele Leute verwirrlich. So ist beispielsweise nur schwer zu spüren, ob man die Siri Remote richtig oder verkehrt herum in der Hand hält. Apple hat über die Zeit auch die Funktion der Knöpfe verändert. Und wenn eine TV-App nicht sehr flüssig reagiert, kommt es häufig vor, dass man mit Wischgesten übers Ziel hinausschiesst. Und ironisch ist auch, dass hierzulande die digitale Assistentin Siri auf der Siri Remote gar nie aktiviert worden ist.

Designt, um zwischen Sofakissen zu verschwinden

Apple musste für die Fernbedienung harte Kritik einstecken. Im März ätzte ein Blogger, es wirke so, als ob Apple die Fernbedienung mit Absicht so designt habe, dass sie zwischen den Sofakissen verschwindet.

Selbst das renommierte Tech-Magazin «Ars Technica» hat der Fernbedienung eine lange Tirade gewidmet: Sie sei zu klein und zu dünn. Und im Kern prangert der Autor an, dass Apple das Design über die Funktion stelle – als Verletzung des fundamentalen Gestaltungsprinzips Form follows function (Die Form folgt der Funktion).

Nun durfte Salt offenbar sogar mit Apples Segen eine Alternative entwickeln. In vielen Fällen braucht es aber keine Zusatzanschaffung: Die Apple-TV-Box funktioniert auch mit der zum Fernseher gehörenden Fernbedienung, zumal wenn sie neueren Datums ist.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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