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Rennen um Ermotti-Nachfolge wird zum Vierkampf

Der ehemalige Credit-Suisse-Banker Iqbal Khan wird neuer Co-Leiter des Vermögensverwaltungsgeschäfts der UBS. Dies teilte die Bank gestern Morgen mit – und bestätigte damit Recherchen dieser Zeitung vom Vortag. Khan, der 43-jährige Schweizer mit pakistanischen Wurzeln, ist nun in der Pole-position für die Nachfolge von Bankchef Sergio Ermotti. Denn Khan hat künftig die Leitung der wichtigsten Sparte inne.

Die Rochade an der Spitze der Vermögensverwaltung war nicht die einzige Personalie, die die UBS gestern mitteilte. Zu einer Änderung kommt es auch an der Spitze des Asset Managements. Die bisherige Investmentchefin der Sparte, Suni Harford, übernimmt die Leitung von Ulrich Koerner, der nach zehn Jahren in der Konzernleitung zurücktritt. Harford war bis zu ihrem Wechsel zur UBS vor zwei Jahren über zwanzig Jahre bei der Citigroup und zählte in den USA zu den wichtigsten Frauen der Finanzwirtschaft. Ihr Arbeitsplatz bleibt in New York. Fernab der Machtzentrale in Zürich dürfte sie maximal Aussenseiterinnenchancen haben, Ermotti zu beerben.

Anders ist die Lage bei Sabine Keller-Busse. Sie übernimmt von Koerner die Funktion der Präsidentin für das Geschäft in Europa, dem Nahen Osten und Afrika. Dies zusätzlich zu ihrer aktuellen Funktion als Chief Operating Officer. Schon bisher führte sie ein Drittel der 60'000 Mitarbeiter und lenkte die 30'000 Zulieferer. Nun hat sie noch mehr zu sagen.

Gerade die Ausweitung der Macht von Keller-Busse zeigt: Khan ist nicht allein im Rennen um den Chefposten. Es gibt keinen Automatismus. Keller-Busse hat nun die Funktion inne, auf der sich Ermotti einst selbst bewähren musste, bevor er zum Chef der Bank aufstieg.

Als vierter Kandidat kommt Tom Naratil hinzu, der Co-Leiter der Vermögensverwaltung mit Verantwortung für das US-Geschäft. Er gilt wie Keller-Busse als Vertrauensperson von Bankchef Ermotti und wird intern zum Kreis der möglichen Kandidaten für die Bankspitze gezählt. Das mag erstaunen, denn zuletzt stieg der Druck auf Naratil und Martin Blessing, den grossen Verlierer des gestrigen Tages. Analysten betrachteten die Halbjahreszahlen beim Vermögensverwaltungsgeschäft als negativ. Der Aktienkurs brach unter 10 Franken ein.

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