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2000 Stimmen Vorsprung für Graf

Maya Graf hat den zweiten Wahlgang bei den Baselbieter Ständeratswahlen für sich entschieden. Daniela Schneeberger schaffte es jedoch, das Rennen extrem spannend zu machen.

Liegt bei den Ständeratswahlen leicht vorne: Nationalrätin Maya Graf (Grüne).
Liegt bei den Ständeratswahlen leicht vorne: Nationalrätin Maya Graf (Grüne).
Florian Bärtschiger

Am Schluss kam alles, wie es viele vor fünf Wochen erwartet hatten. Die grüne Sissacherin Maya Graf ist neue Baselbieter Ständerätin und damit Nachfolgerin von Claude Janiak (SP). Allerdings wurde das Rennen am Ende des Wahlkampfes noch einmal so spannend, dass in den letzten Tagen kaum mehr jemand mit Überzeugung eine Wette abgeschlossen hätte. 32'581 Stimmen für Maya Graf, 3488 für die Freisinnige Daniela Schneeberger, lautete das Endergebnis. Das ergibt eine Differenz beziehungsweise einen Vorsprung für Graf von 2093 Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei bescheidenen 35 Prozent.

Das ist zwar ein knappes, im Vergleich zum Kanton Tessin, wo vor Wochenfrist 45 Stimmen den Ausschlag für die Abwahl des bisherigen Ständerats Filippo Lombardi gegeben hatten, gleichwohl ein klares Resultat.

Maya Graf siegte in den Bezirken Arlesheim, Liestal und Sissach, Daniela Schneeberger in Laufen und Waldenburg. Beide Kandidatinnen konnten in ihren Wohnsitzgemeinden punkten, Maya Graf in Sissach, Daniela Schneeberger in Thürnen. Ihren knappen Vorsprung holte Maya Graf vor allem in den grösseren Unterbaselbieter Gemeinden Allschwil, Reinach, Münchenstein, Arlesheim, Pratteln, Muttenz und Birsfelden heraus.

Keine einheitliche Tendenz

Es war allerdings nicht so, dass Graf in Stadtnähe und Schneeberger auf dem Land zu punkten vermochte. In den Agglomerationsgemeinden Aesch, Pfeffingen, Bottmingen, Binningen oder Biel-Benken lag nämlich Daniela Schneeberger vorn. Uneinheitlich sind aber auch die Resultate in den ländlichen Gemeinden des Oberbaselbiets. So siegte etwa Daniela Schneeberger in Buus und Wenslingen, während Rothenfluh und Rünenberg mehrheitlich für Maya Graf stimmten. Seltsam auch, dass die beiden Kandidatinnen in der angeblich «grünsten Gemeinde», nämlich in Oltingen, nur gerade 16 Stimmen auseinanderlagen – 95 für Daniela Schneeberger, 111 für Maya Graf.

Oltingen wird übrigens mit der Wahl von Maya Graf in den Ständerat neu eine Nationalrätin haben. Die dort wohnhafte Landrätin Florence Brenzikofer, die sich gestern im Regierungsgebäude vom Erfolg der Grünen «überwältigt» zeigte, rückt für Graf in den Nationalrat nach. Und auf Brenzikofers Landratssitz nimmt demnächst die Humangeografin Regula Waldner aus Wenslingen Platz. Ihren Erfolg noch gar nicht ganz zu fassen vermochte am Sonntagnachmittag die grüne Landrätin und Wahlkampfleiterin Laura ­Grazioli. «Das wird dann vielleicht heute Abend der Fall sein», sagte die Sissacherin.

Aufrecht in der Niederlage

Daniela Schneeberger und die Freisinnigen mussten gestern zwar eine Niederlage einstecken, niedergeschlagen wirkte dennoch kaum jemand im bürgerlichen Lager. Irgendwie war man trotz allem ein bisschen stolz auf das doch ansehnliche Resultat der freisinnigen Kandidatin. Sowohl Parteipräsidentin Saskia Schenker als auch Wahlkampfleiter Michael Herrmann hoben die schwierige Ausgangslage nach dem ersten Wahlgang hervor, aber auch, «dass Daniela Schneeberger in den letzten Wochen gehörig aufgeholt hat». Fehler in der Kampagne zum zweiten Wahlgang vermochten sie jedenfalls nicht zu erkennen. Auch lässt sich angesichts der 63,2 Prozent Ja-Stimmen zur SV 17 nicht behaupten, die Bürgerlichen hätten sich nicht mehr mobilisieren lassen.

Grafs neue Rolle

Zufrieden mit dem Wahlausgang war am Sonntag der abtretende Ständerat Claude Janiak. Janiak, der das Amt zwölf Jahre lang ausübte, zeigte sich überzeugt davon, «dass Maya Graf den Rollenwechsel von der bisherigen National- zur künftigen Ständerätin schaffen wird». Er machte damit aber auch klar, dass dieser Rollenwechsel notwendig ist.

Janiaks Partei, die SP Baselland, äusserte sich in ihrer Medienmitteilung erfreut darüber, dass die erste Frau, die für den Kanton Baselland in den Ständerat einziehen kann, das links-grüne, fortschrittliche Baselbiet repräsentiert. Maya Graf werde, «die von Claude Janiak vorgespurte fortschrittliche, soziale und weltoffene Politik fortführen», schreibt die SP.

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