Kia wird mit dem Ceed zum Vorzeige-Europäer

Die Südkoreaner wollen künftig jedes Modell elektrifizieren. Der neue Ceed rollt ab 2019 auch als 48-Volt-Mildhybrid auf die Strasse. Er wird vollständig in Europa produziert.

Das neue Markengesicht mit dem Tigernasengrill und dem quadratischen LED-Tagfahrlicht verleiht dem Ceed einen modernen, sportlichen Look. Foto: PD

Das neue Markengesicht mit dem Tigernasengrill und dem quadratischen LED-Tagfahrlicht verleiht dem Ceed einen modernen, sportlichen Look. Foto: PD

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Der Cee’d heisst jetzt Ceed. Keine Big News, dieses Wegfallen des Apostrophs, und doch hebt es der Hersteller prominent hervor. Die alte Schreibweise war zu kompliziert, verursachte Probleme bei einer Internetsuche und wurde von der Presse gerne falsch geschrieben. Damit ist nun Schluss. Fragt sich nur, wieso das seit 2006 gebaute Kompaktmodell überhaupt so getauft wurde.

Der Apostroph ist also weg, der Modellname ist geblieben. Man hätte auch, phonetisch identisch, den Anfangsbuchstaben wechseln können: Seed, englisch für Samen, wäre durchaus passend gewesen. Man pflanzt ihn, und daraus wächst etwas, etwas Grosses vielleicht, das neue Samen abwirft und für weiteres Wachstum sorgt. Es wäre für das Modell und für den koreanischen Hersteller gleichermassen zutreffend gewesen.

Kia nämlich wächst und gedeiht. «Bei der Lancierung des Cee’d im Jahr 2006 erreichte Kia in Europa einen Marktanteil von 1,5 Prozent. Etwas mehr als ein Jahrzehnt später, im Jahr 2017, hat sich der Anteil auf 3 Prozent verdoppelt», sagt Emilio Herrera, Chief Operating Officer von Kia Motors Europe. Der Cee’d leistete dazu einen unverzichtbaren Beitrag: Er ist neben dem SUV Sportage das meistverkaufte Kia-Modell in Europa. Seit Lancierung der ersten Generation wurden fast 1,3 Millionen Cee’d verkauft, rund 640'000 Stück entfallen dabei auf die ab 2012 gebaute zweite Generation.

Jetzt wissen wir es also: Der Modellname Ceed steht für Community of Europe, with European Design.

Die nun vorgestellte dritte Generation soll diesen Erfolg fortführen. Einer der Erfolgsfaktoren ist dabei die Devise «Aus Europa, für Europa»: Denn der Ceed ist zu 100 Prozent ein europäisches Produkt, gestaltet und entwickelt in Deutschland, gebaut in der Slowakei, verkauft auf dem europäischen Markt. Daher stamme nämlich der Modellname, erklärt Herrera: Ceed stehe für Community of Europe, with European Design. Nun, denn.

Ein weiterer Erfolgsfaktor ist das Design. Eine Kundenbefragung ergab, dass 41 Prozent der Cee’d-Besitzer das Design als Kaufgrund Nummer 1 sehen – und hierbei hat sich der Wagen glänzend entwickelt. Unter Leitung von Europa-Designchef Gregory Guillaume und Gruppen-Designchef Peter Schreyer entstand ein moderner, sportlicher Look mit klaren Linien. Das neue Markengesicht mit dem so genannten Tigernasen-Grill – spitze Zungen nennen ihn Hercule-Poirot-Schnäuzchen-Grill – und die quadratischen LED-Tagfahrlichter im Eiswürfel-Design stehen dem Ceed sehr gut.

Dreitürer fällt aus dem Angebot

Dahinter rangieren die gute Ausstattung und die tiefen Unterhaltskosten als Kaufargumente. Die Ausstattung des neuen Ceed ist nicht gerade avantgardistisch, aber durchaus grosszügig. Eine solide Sicherheitsausrüstung bis hin zu Systemen für teilautonomes Fahren auf der Autobahn (Level 2) sind erhältlich, genauso wie eine gute Soundanlage von JBL, beheizbare Sitze (auch hinten), Sitzlüftung oder eine Frontscheibenheizung. Beim Thema Unterhaltskosten gilt es, wie bei jedem Kia, die siebenjährige Werksgarantie (oder 150'000 Kilometer) hervorzuheben. Sie allein ist für viele ein Kaufargument.

Der neue Ceed wird nicht mehr als Dreitürer angeboten, der Markt dafür ist zu klein. Die fünftürige Hatchback-Version ist gleich lang wie der Vorgänger (4,31 Meter), und auch der Radstand von 2,65 Metern ist identisch, allerdings wurde der vordere Überhang 2 Zentimeter kürzer, der hintere entsprechend länger. In der Breite legte der Koreaner um 2 Zentimeter auf 1,80 Meter zu. Das Kofferraumvolumen von 395 bis 1291 Liter kann sich sehen lassen.

Zwei spannende neue Motoren

Der Kombi (Sportswagon) wuchs in der Länge um 9,5 Zentimeter, was in einem deutlich längeren Hecküberhang resultiert. Daher legte der Kofferraum um 97 auf 625 Liter zu, das maximale Ladevolumen beträgt nun 1694 Liter – damit ist der Sportswagon im Konkurrenzvergleich stark aufgestellt. In der Schweiz entscheiden sich übrigens die Hälfte der Ceed-Käufer für den Kombi; sicher eine clevere Wahl. Hinzu kommt nun eine Shooting-Brake-Version. Damit stösst Kia in neue Gefilde vor, und man darf gespannt sein auf das Modell, das erst gegen Ende Jahr präsentiert wird.

Das Motorenangebot umfasst drei Benziner und zwei Diesel. Spannend sind die beiden neuen Motoren, ein 1,4-Liter-Turbobenziner mit 140 PS und 242 Nm und ein 1,6-Liter-Diesel mit 136 PS und einem Drehmoment von 280 Nm (mit 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe 320 Nm). Die beiden werden in der Schweiz das Rennen machen. Alle Motorvarianten erfüllen die Abgasnorm Euro-6d Temp. Doch damit nicht genug. «Ab jetzt wird jedes neue Kia-Modell elektrifiziert», kündigt Emilio Herrera an. Das betrifft auch den Ceed: Ab 2019 wird er als erstes Kia-Modell mit 48-Volt-Mildhybrid-System angeboten werden. Auch ein Plug-in-Hybrid oder eine reine Elektrovariante sind durchaus denkbar.

Der Apostroph ist weg, die bekannten Qualitäten sind geblieben, vieles wurde verbessert – der neue Ceed ist bereit für den Konkurrenzkampf im Haifischbecken Kompaktklasse. Die Preise sind noch nicht bekannt, dürften aber bei etwas über 20'000 Franken starten. Die Markteinführung beginnt im Juli, der Kombi kommt im Oktober.

Dave Schneider fuhr den neuen Ceed auf Einladung von Kia Schweiz im portugiesischen Faro.(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 28.06.2018, 06:15 Uhr

Kia Ceed Hatchback

Ansehnliches Kofferraumvolumen

Modell: 5-türiger Kompaktwagen

Masse: Länge 4310 mm, Breite 1800 mm, Höhe 1447 mm, Radstand 2650 mm

Kofferraum: 395 bis 1291 Liter

Motoren: drei Benziner (100 bis 140 PS) und zwei Diesel (115 bis 136 PS)

Fahrleistungen: 0 bis 100 km/h in 8,9 bis 12,6 Sekunden. Höchstgeschwindigkeit 183 bis 210 km/h

Verbrauch: 3,8 bis 6,2 Liter auf 100 Kilometer (Werksangabe)

CO2-Ausstoss: 99 bis 142 Gramm pro Kilometer

Markteinführung: ab Juli, Kombi ab Oktober

Preis: ab ca. 20'000 Franken

Infos: www.kia.ch

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