Gökhan Inlers Wunsch- und Albtraumgruppe

Am Samstag steigt in Paris die Auslosung zur EM 2016. Warum der Schweizer Captain auf Superstar Ibrahimovic, aber nicht auf die Albaner treffen will und welche Revanchegefühle er hegt.

Gökhan Inler, der Captain der Schweizer Nationalmannschaft, schaut gebannt auf die EM-Gruppenauslosung am Samstag in Paris.

Gökhan Inler, der Captain der Schweizer Nationalmannschaft, schaut gebannt auf die EM-Gruppenauslosung am Samstag in Paris.

(Bild: Keystone Walter Bieri)

Thomas Niggl@tagesanzeiger

Gökhan Inler, der Captain der Nationalmannschaft und Mittelfeldspieler von Leicester City, weiss sehr genau, was er will und was er nicht will.

Inlers Wunschgruppe:

  • Frankreich
  • «Eine ideale Gelegenheit, dem Gastgeber gleich im Eröffnungsspiel ein Bein zu stellen. Es wäre dann eine gelungene Revanche für die Niederlage an der WM 2014 in Brasilien. Nichtsdestotrotz: Frankreich verfügt über sehr starke Einzelspieler und hat insgesamt eine sehr gute Leistung an der WM gezeigt.»

  • Schweden
  • «Es wäre mein allererstes Länderspiel gegen Schweden und gleichzeitig höchstwahrscheinlich die letzte Gelegenheit, mit Zlatan Ibrahimovic, dem Captain der Schweden, vor dem Anpfiff den Wimpel auszutauschen. Denn dieser hat ja bereits seinen Rücktritt nach der EM angekündigt. Und dann tritt ein ganz Grosser von der Bühne ab. Die Schweden wären auch deshalb eine Herausforderung, weil sie die Qualifikation nach einer durchzogenen Gruppenphase erst durch zwei Playoffspiele gegen die Dänen dann doch noch erzwungen haben. Diese Bereitschaft und diese Einstellung werden sie nun sicher an diese EM tragen.»

  • Nordirland
  • «Auch gegen die Nordiren habe ich noch kein einziges Länderspiel bestritten. Sie waren in der Qualifikation eine der Überraschungsmannschaften, die sich mit Kampfgeist, Einsatzwillen und einer geschlossenen Mannschaftsleistung in einer eher schwierigen Gruppe schliesslich souverän durchgesetzt haben. Kleine oder leichte Gegner gibt es sowieso nicht – das gilt auch für Nordirland. Es wäre spannend, zu sehen, wie wir uns gegen einen relativ unbeschwerten Gegner, der nichts zu verlieren hat, aus der Affäre ziehen.»

Inlers Horrorgruppe:

  • Deutschland
  • «Ein sehr schwerer Brocken. Der Weltmeister gilt zu Recht als Turniermannschaft und er wird auch an der EM wieder alles geben, um diesem Ruf gerecht zu werden. Ausserdem wird Deutschland von vielen Experten als Favorit auf den Titelgewinn gehandelt. Bundestrainer Jogi Löw verfügt seit Jahren über ein eingespieltes und zusammengeschweisstes Team.»

  • Polen
  • «Hier spreche ich aus eigener Erfahrung. Schon beim Testspiel im November 2014 ist mir klar geworden, dass diese Mannschaft am Wachsen ist und eine beeindruckende physische Qualität mitbringt. Auch individuell sind die Polen mit Spielern wie Lewandowski, Milik, Krychowiak, Piszczek oder Blaszczykowski sehr gut bestückt. Und wenn es ihnen läuft, dann spielen sie auch ihre enorme Schnelligkeit als grosse Stärke aus.»

  • Albanien
  • «Albanien hat in einer schwierigen Gruppe die direkte Qualifikation geschafft. Die Mannschaft hat sich aus meiner Sicht in den letzten Jahren sehr stark weiterentwickelt. Gefährlich wird es, wenn sie es schafft, den Schwung aus der EM-Qualifikation mit nach Frankreich zu nehmen und dabei von ihren heissblütigen Fans lautstark unterstützt wird. Dieses Team gibt in jedem Spiel alles und rennt sich die Seele aus dem Leib. Ausserdem kenne ich Trainer De Biasi noch aus meiner Zeit bei Udinese – er versteht es, seine Mannschaft akribisch vorzubereiten, er studiert Stärken und Schwächen des Gegners detailliert.»

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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