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Frauen wollen keine Extra-, sondern Gleichbehandlung

Nach den Wahlen hiess es, Quoten seien für Frauen gar nicht nötig. Politik und Wirtschaft sind jedoch nicht dasselbe.

42 Prozent Frauen sitzen neu im Nationalrat. So stark war die weibliche Bevölkerungshälfte noch nie im Parlament vertreten. Ein Grund zur Freude. Einige Männer frohlockten aber aus anderen Gründen – auch auf den Kommentarseiten dieser Zeitung. Die Quotendiskussion könne man nun abhaken. Frauen schafften es ja auch ohne «Extrabehandlung» nach oben. In Politik und Wirtschaft. Doch die Argumentation hinkt.

Politik und Privatwirtschaft sind nicht dasselbe. Die Hälfte des Schweizer Wahlvolks ist seit 1971 weiblich und entscheidet mit. Die Entscheider in der Wirtschaft hingegen sind überwiegend Männer. Mit Männernetzwerken und männlichen Denkmustern. Oftsagen diese Männer, man suche verzweifelt nach Frauen. Aber die meldeten sich nicht.

Dann muss man halt länger und intensiver suchen – und Frauen auch etwas bieten. Das ist der Knackpunkt. Was wirklich für Gleichberechtigung sorgen würde – Elternzeit, bezahlte Krippen, flexible Arbeitszeiten –, kostet Firmen kurzfristig Geld. Mittelfristig würden sie und die ganze Volkswirtschaft profitieren, wenn mehr hochqualifizierte Frauen ihren Fähigkeiten entsprechende Stellen besetzten, statt am Herd oder in der Teilzeitfalle zu landen.

Doch Mehrkosten schmerzen sofort und werden kurzsichtig gemieden. Müssten Firmen eine gesetzliche Quote erfüllen, bliebe ihnen nichts anderes übrig, als solche Kosten auf sich zu nehmen, um Frauen an sich zu binden. Und wenn es irgendwann besser aussieht in den Chefinnen-Etagen, kann man die Quote ja wieder abschaffen. Denn, liebe Herren, eins können Sie uns glauben: Keine Frau sieht die Quote als die beste Lösung an. Wir wollen keine Extra-, sondern Gleichbehandlung. Das ist die Botschaft dieser Wahlen. Quoten sind vielleicht kein schönes, aber ein wirksames Mittel, Firmen dazu zu bringen, für diese Gleichbehandlung zu sorgen.

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