Ist der Goalie schuld am Siegtor der Portugiesen?

Frankreichs Keeper Hugo Lloris hätte den Schuss von Eder halten können, sagt ein Schweizer Ex-Nationalgoalie.

Vergeblicher Sprung: Frankreichs Goalie Hugo Lloris kassiert den entscheidenden Treffer.
Thomas Niggl@tagesanzeiger

Es läuft die 108. Minute in Paris. Portugals Joker Eder zieht drei Gegenspieler auf sich und erzielt aus 20 Metern das goldene Tor. Haltbar oder nicht haltbar? Ein faules Ei für einen Weltklassegoalie?

Martin Brunner, der ehemalige Torhüter der Grasshoppers und von Lausanne, absolvierte 37 Länderspiele für die Schweiz. «Ein faules Ei war es nicht gerade. Aber ein Goalie, der wie Hugo Lloris auch Weltklassepartien wie beispielsweise gegen Deutschland im Halbfinal abliefert, müsste diesen Ball eigentlich halten», sagt der ehemalige langjährige Goalietrainer des FC Zürich.

«Hätte er nur noch diesen einen Schritt gemacht»

Brunner, heute Trainer beim Zweitligisten Kilchberg-Rüschlikon, erklärt: «Natürlich war der Schuss verdeckt. Doch der Fehler war, dass Lloris von seiner Position aus direkt aus dem Stand sprang und nicht noch zuerst einen Schritt in die Ecke machte.» Lloris habe sich zwar wunderbar lang gemacht und sich hervorragend nach dem Ball gestreckt. «Aber hätte er zuvor nur noch diesen einen Schritt gemacht, hätte er das Tor mit Garantie verhindert. Deshalb war der Schuss auch nicht unhaltbar.»

Die Leistungen der Torhüter hätten schliesslich den Unterschied ausgemacht. «Portugals Torhüter Rui Patricio hielt geradezu sensationell. Er vereitelte mit grossartigen Reflexen Grosschancen der Franzosen, war ruhig und auch bei Flanken sackstark.»

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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